Hautnah: In den kommenden Wochen steht Fischeln im Zentrum. Die Bewohner sind mit Krefelds größtem Stadtteil ziemlich zufrieden.

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Krefeld hautnah - Umfrage-Ergebnisse für Fischeln.

Krefeld hautnah - Umfrage-Ergebnisse für Fischeln.

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Krefeld hautnah - Umfrage-Ergebnisse für Fischeln.

Krefeld. Gute (Schul-)Noten haben die Fischelner beim WZ-Stadtteilcheck ihrem Wohnort gegeben. Durchweg eine 2, manchmal sogar besser: Mit 1,7 bekommt die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel einen Spitzenwert. Relativ kritisch werden der Zugang zu schnellem Internet (Note 3), Angebote für Jugendliche (2,8) und die Verkehrsbelastung (2,7) gesehen. Doch auch das kann das Gesamturteil nicht trüben: Eine 1,9 bekommt Fischeln in der Rubrik Lebensqualität.

Unsicher fühlen sich die Fischelner nicht: Mit Note 2,5 für die Sicherheit haben sie offenbar nicht den Eindruck, an einem Verbrechensschwerpunkt zu leben.

Die Sauberkeit, in anderen Stadtteilen ein großer Streitpunkt, ist in Fischeln nicht das Hauptthema, auch wenn es natürlich Klagen gibt: konkret über verschmutzte Straßen, mangelnde Pflege des Grüns am Rathaus und viel (Verkehrs-)Lärm. Für Radfahrer und Rollstuhlfahrer sei Fischeln eine „Katastrophe“, schimpfen nicht nur die Älteren. Mehr und zeitlich unbefristete Parkplätze, eine Umgehungsstraße („Ich hoffe, dass ich die noch erlebe“), ein Platz, um auch im Einkaufszentrum beidseits der Kölner Straße ausruhen und klönen zu können, eine Buchhandlung und Tempo 30 für die gesamte Hafelsstraße stehen auf der Wunschliste.

„Für mich ist Fischeln die Hauptstadt von Krefeld.“

Ein Umfrageteilnehmer

Andere Kritikpunkte haben sich mittlerweile erledigt: Die Kölner Straße ist seit der Befragung zumindest teilsaniert und damit der viel beklagte „miserable“ und „grottenschlechte“ Zustand des Straßenbelags in diesem Abschnitt Vergangenheit. Abgeschlossen ist das Thema damit nicht: Es fehlt der barrierefreie Umbau der Straßenbahnhaltestellen Kölner Straße in Fischelns Zentrum und eine Straßensanierung zwischen Hafelsstraße und Wilhelmstraße.

 Die Aktion „Krefeld hautnah“ führt die Redaktion nach und nach in die einzelnen Stadtteile. Ab sofort steht Fischeln im Fokus. Was klappt in Fischeln, wo gibt es Defizite und wie sieht die Zukunft des Stadtteils aus? Darüber wollen wir mit Ihnen, liebe Leser, reden. Am kommenden Dienstag, 26. September, beginnt um 18.30 Uhr im Saal des Fischelner Burghofs an der Marienstraße 108 eine Podiumsdiskussion, bei der vor allem Sie zu Wort kommen sollen. Moderiert wird die Veranstaltung vom Leiter der WZ-Lokalredaktion Krefeld, Michael Passon,  und Redakteurin Beatrix Van Vlodrop.

 

Was Krefelds größten Stadtteil wohl noch lange als Thema erhalten bleibt, ist die hohe Verkehrsbelastung der ehemaligen B 9, die für den überörtlichen Verkehr immer noch ein Einfalltor ins Zentrum ist. „Ich hoffe, dass ich die Umgehungsstraße noch erlebe“, schreibt ein Bürger, und hat offenbar mehr als die geplante Erschließung des Neubaugebiets Fischeln-Südwest vor Augen.

Aber es gibt in Fischeln eben auch die, die rundum begeistert von einem Stadtteil sind. „Für mich ist Fischeln die Hauptstadt von Krefeld, hier bekommt man fast alles“, schreibt ein Teilnehmer. Und ein anderer schwärmt, er sei „67 Jahre alt, seit 67 Jahren stolzer, fröhlich mit 90 prozentiger Zufriedenheit lebender Fischelner/Königshofer Bürger“.

Königshof steht selbstbewusst im Schatten, Stahldorf kämpft

Dass manche Werte nicht für Königshof und Stahldorf gelten, die ja zum Bezirk Fischeln gehören, ist nicht neu. Die Stahldorfer Bürgervereinsvorsitzende, Marion Linder, macht das spontan an drei Punkten deutlich. Defizite sieht sie im Angebot für Senioren, der Sauberkeit und den Einkaufsmöglichkeiten.

Um die ist es auch in Königshof nicht allzugut bestellt. Aber Bürgervereinsvorsitzender Peter Schiffer ist dennoch ein glücklicher Königshofer: „Hier halten alle zusammen“, sagt er, und betont damit den sozialen Kit. Der ist auch – ungeachtet anderer Vorzüge – ein Pfund, mit dem die Fischelner wuchern können. „Hier arbeiten alle, Vereine, Verbände und Initiativen, eng zusammen“, sagt der Bürgervereinsvorsitzende Reiner Schütt.

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