Beim Testen von Badprodukten brachten sich drei junge Forscherinnen vom Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium auch als Versuchskaninchen ein.

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Sophie Vogel (12), Celina Schnegule (13), Biologie-Lehrerin Katharina Werner (49) und Laura Treeker (13, v.l.) mit den Test-Produkten.

Sophie Vogel (12), Celina Schnegule (13), Biologie-Lehrerin Katharina Werner (49) und Laura Treeker (13, v.l.) mit den Test-Produkten.

Andreas Bischof

Sophie Vogel (12), Celina Schnegule (13), Biologie-Lehrerin Katharina Werner (49) und Laura Treeker (13, v.l.) mit den Test-Produkten.

Krefeld. Der Einsatz für die Forschung geht bis auf die Haut. Jeweils neun Kreise malten sich Sophie Vogel (12), Celina Schnegule (13) und Laura Treeker (13) auf ihre Unterarme, tupften mit Wattestäbchen verschiedene Badreiniger in diese Kringel – mit einer Ziffer für jede Testflüssigkeit – und warteten.

Bis zu 17 Stunden blieben die Produkte dort. Damit haben die drei Schülerinnen des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums ihr Projekt, mit dem sie beim Niederrhein-Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“ im Bereich „Arbeitswelt“ einen ersten Platz holten, bereits für den kommenden Landeswettbewerb in Essen weiterentwickelt.

Auf Hautverträglichkeit und Duft hat das Trio die neun Badreiniger aus dem ersten Test nun noch untersucht. Für einen guten Duft gab es für die Hygiene-Kandidaten bis zu drei Punkte. Für Hautverträglichkeit keinen. Denn tatsächlich stellten die Teenager fest, dass „bei keinem Badreiniger etwas auffällig war“, erzählt Sophie.

„Das hat uns wirklich verwundert, weil auf den Flaschen Warnzeichen sind“, sagt Katharina Werner, seit 1997 Biologie- und Kunstlehrerin am Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium und seit rund zehn Jahren Betreuerin der „Jugend forscht“-AG an der Schule.

Macht das Spray so sauber, dass man sich drin spiegeln kann?

Seit den Sommerferien des vergangenen Jahres haben die von ihr betreuten Schülerinnen neun handelsübliche Badreiniger auf unterschiedlichste Art und Weise getestet. „Die Idee hatten wir durch Werbung im Fernsehen“, erzählt Celina. Das Werbelied sei „so ein Ohrwurm gewesen, das Lied ging uns nicht mehr aus dem Kopf“. Sie hätten dann einfach wissen wollen, ob auch dieses Produkt hält, was die Werbung verspricht – also, ob es so sauber macht, dass man sich drin spiegeln kann.

Einen weiteren ersten Platz holte eine Projektgruppe des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums zum Thema „Wettervorhersage durch Beobachtung – Eignen sich Bauernregeln für die Wettervorhersage?“. Außerdem am Regionalwettbewerb teilgenommen hatte eine Gruppe mit einer Arbeit zum Thema „Dufte Deos“.

Rund 400 Schüler nahmen mit rund 200 Projektarbeiten am letzten Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ beziehungsweise „Schüler experimentieren“ am linken Niederrhein teil, bei dem am 24. Februar die ersten Plätze prämiert und Sonderpreise vergeben wurden.

In einer Serie stellen wir Projekte aus allen teilnehmenden Krefelder Schulen vor. Im nächsten Serien-Teil erfahren Sie mehr über das Projekt „Untersuchung der zellschädigenden Wirkung von Alkoholen“ aus dem Berufskolleg Uerdingen, das einen zweiten Platz erhielt

Besagter Ohrwurm-Reiniger kam immerhin auf Platz drei der Rangliste der jungen Forscherinnen. Testsieger und Testzweiter wurden interessanterweise die Sprays zweier Discounter. Bis zu 18 Punkte gab es dabei maximal für die Putzleistung, bis zu fünf für die kürzesten Einwirkzeiten. „Es ist ja nicht so gut, wenn man fünf Minuten warten muss, das kostet ja alles Zeit“, sagt Celina. Für den Preis pro Liter gab es bis zu neun Punkte.

Probegeputzt wurden dabei neun weiße Hochglanzfliesen, auf denen eine Mischung aus Wasser, Kalk und Seife aufgesprüht worden war. „Das haben wir dann trocknen lassen und dann den Badreiniger aufgesprüht“, berichtet Laura. „Danach wurde mit kleinen Lappen gewischt und zwar mit einem ein Kilo schweren Gewicht, damit der Druck gleichmäßig war.“ Dabei versagte ein Reiniger komplett. Er duftete zwar schön und musste nur kurz einwirken, es blieben, so Laura, „aber ganz viele Schlieren“.

Und für die Handhabung wurden bis zu fünf Punkte vergeben. Da mussten Sophies Eltern ran. Absoluter Verlierer war dabei ein Pumpenkopf, bei dem der Abstand vom Griff zum Sprayhebel „viel zu weit weg war“, berichtet die Tochter der Versuchspersonen.

„Insgesamt war es viel Zeit, die die Schülerinnen investiert haben. Es gehört wirklich Durchhaltevermögen dazu, beim Wettbewerb mitzumachen“, sagt Katharina Werner. Und am 8. Mai geht es für die Mädchen in Essen weiter.

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