Warum brennt Alkohol im Hals? Um diese Frage zu beantworten, schnippelten drei Schülerinnen des Berufskollegs Uerdingen für „Jugend forscht“ erst einmal Gemüse.

Uerdingen
Lena Boemanns, Carina Franken und Liane Gescher (v.l.) legten Gemüse ein – allerdings anders, als man es sonst kennt. Sie wollten für „Jugend forscht“ klären, warum Alkohol im Hals brennt. Dafür untersuchten sie, wie die Zellen von Roter Bete auf die hochprozentigen Flüssigkeiten reagieren.

Lena Boemanns, Carina Franken und Liane Gescher (v.l.) legten Gemüse ein – allerdings anders, als man es sonst kennt. Sie wollten für „Jugend forscht“ klären, warum Alkohol im Hals brennt. Dafür untersuchten sie, wie die Zellen von Roter Bete auf die hochprozentigen Flüssigkeiten reagieren.

Andreas Bischof

Lena Boemanns, Carina Franken und Liane Gescher (v.l.) legten Gemüse ein – allerdings anders, als man es sonst kennt. Sie wollten für „Jugend forscht“ klären, warum Alkohol im Hals brennt. Dafür untersuchten sie, wie die Zellen von Roter Bete auf die hochprozentigen Flüssigkeiten reagieren.

Krefeld. Die wichtigste Information zuerst: Versuchspersonen gab es keine. „Das war die erste Frage, die uns alle immer gestellt haben: Macht ihr auch Selbstversuche?“, sagt Lena Boemanns (18) lächelnd. Mit ihren Mitstreiterinnen Liane Gescher (18) und Carina Franken (19) hat die Schülerin für den Wettbewerb „Jugend forscht“ nach einer Antwort auf die Frage „Warum brennt Alkohol im Hals?“ gesucht.

Dabei hieß es zu Beginn der Experimente erst einmal: Gemüse schnippeln. Denn das Versuchsobjekt der Wahl waren Rote Bete. Mit Hilfe der Knolle wollte das Trio, das in diesem Jahr Abitur am Technischen Gymnasium unter dem Dach des Berufskollegs Uerdingen macht, sehen, wie verschiedene Alkohole auf Zellen wirken. „Und wir brauchten eine farbige Pflanze, bei der man sehen konnte, ob durch Alkohol Zellen zerstört und dadurch Farbe austritt“, berichtet Liane Gescher.

Absolut gleich große Würfel der Rübe wurden dazu erst einmal in destilliertes Wasser gelegt, um die Farbe der beim Schneiden zerstörten Zellen auszulösen. Danach kamen die Präparate für eine Viertel Stunde in verschiedene Alkohole. Als Trinkalkohol wählten die drei einen klaren Schnaps. Das was von den Roten Beeten in die hochprozentigen Flüssigkeiten überging, schickten die jungen Forscherinnen dann durch ein Farbspektrometer. Wie sich herausstellte, war unter Methanol, Ethanol und Propanol der Letztere der schädlichste Alkohol.

Doch für ihr Biologie-Projekt, das beim Regionalwettbewerb Niederrhein mit einem zweiten Platz ausgezeichnet wurde, wollten die Schülerinnen auch noch wissen, woran es liegt, dass dieser Alkohol so viel mehr brennt. Ein paar Tests und viele chemische Fragen später steht fest: Es sind die tensidähnlichen Strukturen, die dafür verantwortlich sind.

Gymnasiastinnen sind begeistert von der freien Forschungsarbeit

Am Berufskolleg sind die drei die Ersten, die im Bereich Biologie einen Preis bei „Jugend forscht“ gewonnen haben. Seit sieben Jahren betreut Chemie- und Religionslehrer Stefan Cloerkes (53) – er ist seit 1991 am Kolleg – „Jugend forscht“-Projekte im Haus. Von den neun Chemie-Gruppen, die in den vergangenen vier Jahren von ihm unterstützt wurden, gewannen fünf einen zweiten Preis. „Die Schüler haben oft Ideen für Themen, die noch viel toller sind, als die, die sie dann bearbeiten“, sagt Cloerkes, „aber wir müssen natürlich auch danach gehen, welche Geräte wir haben, die man nutzen kann.“

Zu den weiteren Projektarbeiten für „Jugend forscht“ aus dem Berufskolleg, zu dem 2800 Schüler (Technisches Gymnasium: 210) gehören, waren: „Ist selbst gemacht immer besser? Bestimmung des Salzgehaltes in selbst gekochten Suppen im Vergleich zu Fertigsuppen“, „Vergleich des Salicylsäuregehalts im Gesichtswasser“,

400 Schüler nahmen mit rund 200 Projektarbeiten am letzten Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ beziehungsweise für die Jüngeren „Schüler experimentieren“ am linken Niederrhein teil, bei dem am 24. Februar die ersten Plätze prämiert und Sonderpreise vergeben wurden.

In einer Serie stellen wir Projekte aus allen teilnehmenden Krefelder Schulen vor. Im nächsten Serien-Teil erfahren Sie mehr über das „Jugend foscht“-Projekt des Fabritianum zu Krefelder Gewässern.

Die Gymnasiastinnen sind froh über die Erfahrungen, die sie bei ihren Versuchen machten. „Wir wurden mit der Zeit immer routinierter“, sagt Lena. „Im Chemieunterricht hat man nie so viel Zeit, auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten. Das war toll“, ergänzt Carina. „Es ist schön selbstständig arbeiten zu können und eine Idee immer weiterzuentwickeln“, so Liane, die genauso wie ihre Mitforscherinnen nach dem Abitur Medizin studieren will.

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