Bombenalarm war für die Kinder nichts Ungewöhnliches. Es wurde für sie ein Leben im Luftschutzkeller.

Verluste
Die Halfmann-Villa an der Inrather Straße vor und nach der Zerstörung im Jahr 1943.

Die Halfmann-Villa an der Inrather Straße vor und nach der Zerstörung im Jahr 1943.

Die Halfmann-Villa an der Inrather Straße vor und nach der Zerstörung im Jahr 1943.

Archiv Dieter Huppers, Bild 1 von 2

Die Halfmann-Villa an der Inrather Straße vor und nach der Zerstörung im Jahr 1943.

Ich war im Juni 1943 fast acht Jahre alt und ein Bombenalarm war für uns Kinder nicht außergewöhnlich. Nachts wurde der Schlaf unterbrochen, wir mussten in den Luftschutzkeller und nach der Entwarnung wurde weiter geschlafen. Keiner hat damals gefragt, ob für die Kinder gesundheitliche oder sonstige Probleme entstehen. Und unsere Eltern, was mussten die für Sorgen haben?

Rückblickend betrachtet war es für die damals lebende Generation ganz bestimmt eine große Leistung, Entbehrungen, Angst und Verlust des Eigentums und der Existenz zu überstehen und trotzdem das Leben zu meistern. Ein Glück, dass die heutige Generation von solchen Schicksalsschlägen verschont wird. Es wäre nicht auszudenken, wie viel diskutiert, geplant und gejammert würde, bis Lösungen angedacht und Ideen gesammelt würden. Der Staat müsste dann helfen, eigenes Zutun sollte dabei vermieden werden.

Über eine bereits brennende Holzkellertreppe ins Freie gelangt

Wir wurden in der Bombennacht aufgeweckt, als es in unserer Wohnung in der zweiten Etage bereits brannte, verkrochen uns in den Luftschutzkeller und haben lautes Getöse erlebt. Haften geblieben sind bei mir die Geräusche von zwei Klavieren, die nacheinander aus den Wohnungen gefallen sind. Nach dem Angriff sind wir über eine bereits brennende Holzkellertreppe ins Freie gelangt, vielleicht wären wir erstickt, wenn nicht Helfer uns aufgefordert hätten, den Luftschutzkeller zu verlassen, es brannte und qualmte überall. Gemeinsam mit den Nachbarn sind wir auf den Von-Beckerath-Platz geflüchtet.

Von da erinnere ich mich noch an die ringsum brennenden Häuser und an ein großformatiges Bild, das vom Brand zerstört wurde und an die Inhaberin dieses Gemäldes, die sehr laut geschrieben hat.

Ich bin bei unserer Flucht vor den Flammen noch hingefallen und hatte eine blutende Wunde am Arm. Später in der Nacht mussten wir den Von-Beckerath-Platz wegen vermuteter Blindgänger räumen und sind weiter zum Kaiser-Friedrich-Hain gezogen.

Heinz Floehr, Krefeld

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