SPD-Fraktion will Krefelder an der Entscheidungsfindung beteiligen.

Der zuständige Planungsdezernent Martin Linne.
Der zuständige Planungsdezernent Martin Linne.

Der zuständige Planungsdezernent Martin Linne.

abi/Archiv

Der zuständige Planungsdezernent Martin Linne.

Krefeld. Die Beantwortung zweier Fragen wird über die Zukunft des Seidenweberhauses entscheiden: „Was braucht die Krefelder Stadtgemeinschaft eigentlich? Und was soll dort stattfinden können?“, formuliert der zuständige Planungsdezernent Martin Linne. Die SPD-Fraktion hatte am Montagabend zu einem Bürgerdialog „Zukunft des Seidenweberhauses“ in den Südbahnhof geladen. Etwa 170 Krefelder waren gefolgt, um sich zu informieren. Jeder Platz war besetzt, Stühle wurden zusätzlich in den Gang gestellt. Manche saßen auf dem Bühnenpodest.

SPD-Fraktion schlug CDU gemeinsame Veranstaltung vor

„Untermittelbar nach der Vorstellung des Themas im Planungsausschuss haben wir eine öffentliche Informationsveranstaltung angekündigt. Nachdem knapp zwei Wochen später bekannt wurde, dass die CDU zeitgleich eine ähnliche Veranstaltung plane, habe ich sofort der CDU-Fraktion angeboten, diese gemeinsam durchzuführen. Leider kam auf den Vorschlag eine Absage“, erläutert Uli Hahnen MdL, Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Minimalsanierung kostet allein 20 Millionen Euro

Jetzt müsse es darum gehen, sich genügend Zeit zu nehmen und eben diese Fragen nach der Größe und der Qualität des künftigen Hauses mit den Krefeldern zu erarbeiten, betont Bürgermeister Frank Meyer (SPD), „um dann zur einer Entscheidung zu gelangen. Wir können uns in Krefeld keine halben Lösungen mehr leisten, die am Ende teurer werden.“

Unstrittig ist: Es muss etwas Geschehen – in spätestens fünf Jahren. Denn das Seidenweberhaus ist in einem miserablen Zustand.

Die Betonverkleidung ist defekt, die Fassade muss saniert werden. Die technische Gebäudeausrüstung stammt aus dem Baujahr, den 1970er Jahren. Es liegen Hygienemängel vor. Auch die Raumlufttechnik, die Wärmeversorgung und die Bühnentechnik – all das ist in die Jahre gekommen und muss ausgewechselt werden. Kosten rund 20 Millionen Euro.

„Doch das ist technisch und wirtschaftlich nicht zu empfehlen, da funktionale und gestalterische Mängel nicht behoben werden“, so Linne. Ein Neubau würde rund 45 Millionen Euro und ein umfassende Sanierung 35 Millionen Euro kosten.

Architekt Piet Reymann führt die Ideen zum Seidenweberhaus und der Umgestaltung des Theaterplatzes aus: Markthalle, Kulturdach oder Hotel. „Wir können nicht alle 40 Jahre eine solche Diskussion führen. Im Fall eines Abrisses sollten wir es durch etwas wirklich Gutes ersetzen“, sagt er.

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