Nach Sprengung sind 2500 Euro Belohnung zur Ergreifung der Täter ausgesetzt.

Noch glimpflich verlief die Sprengung des Automaten.
Noch glimpflich verlief die Sprengung des Automaten.

Noch glimpflich verlief die Sprengung des Automaten.

Dirk Jochmann

Noch glimpflich verlief die Sprengung des Automaten.

Krefeld. Schon am Mittwochnachmittag wird in der Sparkassenfiliale an der Traarer Straße in der Gartenstadt ein neuer Geldautomat angeliefert. Unbekannte Täter hatten das alte Gerät in der Nacht zu Montag in die Luft gesprengt und einen hohen Geldbetrag erbeutet.

Der neue Apparat wird den Sparkassenkunden aber nicht sofort zur Verfügung stehen, da er noch eingebaut und angeschlossen werden muss. Sprecher Peter Bauland rechnet damit, dass der Automat ab Donnerstag funktionstüchtig ist. Dass es überhaupt so schnell geht, ist offenbar darauf zurückzuführen, dass die Täter einen wesentlich geringeren Schaden verursacht haben als bei den meisten bisherigen Fällen - beispielsweise in Wickrath.

Ob es sich ausgerechnet bei dem ersten Anschlag dieser Art in Krefeld um eine neue Handschrift der womöglich bandenmäßig organisierten Verbrecher aus Südosteuropa handelt, dürfte allerdings bezweifelt werden. Bislang nahmen die Täter keine Rücksicht auf Leib und Leben. Experten wundern sich, dass noch keine Anwohner bei den zum großen Teil äußerst intensiven Sprengungen zu Schaden gekommen sind.

"Das war reiner Zufall."

Eine Polizeisprecherin über die verhältnismäßig geringen Schäden nach der Explosion.

Der Verband der Sachversicherer (VdS) weiß sogar von Tätern, die schwere Verletzungen erlitten hatten, "weil sie die Stärke der Explosion unterschätzten oder sich das explosive Gemisch zu früh entzündete". Dass die Täter genau deshalb umsichtiger vorgehen, bezweifelt die Polizei. "Das war reiner Zufall", sagt eine Polizeisprecherin.

Umfangreichere Sicherheitsvorkehrungen will die Sparkasse aufgrund des bislang einmaligen Falls in Krefeld nicht treffen. "Ich hoffe, dass uns ein weiteres Mal erspart bleibt", sagt Peter Bauland und ergänzt, dass eine technische und bauliche Hochrüstung immer wieder von der kriminellen Energie übertroffen werden könne. "Wir haben alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen." Unter anderem sei das Foyer verschlossen und verfüge über Videoüberwachung.

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, hat die Sparkasse eine Belohnung in Höhe von 2500 Euro ausgesetzt. Kommt es zu einer Wiederbeschaffung des Geldes, werden laut Polizei durch die Versicherung zusätzlich zehn Prozent der wiederbeschafften Summe ausgezahlt. Hinweise an die Polizei, Telefon 02151/6340.

Bereits 2007 hatte der VdS jedoch aufgrund der Häufungen der Delikte auf "konstruktive Schutzmaßnahmen hingewiesen, um künftige Sprengungen von Automaten zu verhindern". Hierzu müsse die Bauweise der Tresorschränke verändert werden. Auch spezielle Sensoren, die einströmendes Gas neutralisieren und Alarm schlagen, seien technisch möglich. Und ein spezielles Einfärbesystem, das Geldscheine bei einer Explosion markiert.

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