Die Künstlerin Barbara Adamek benutzt Edelstahl als Träger für ihre Ölmalerei.

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„Ich liebe es, verschiedene Zustände von Farben zu zeigen“, sagt Barbara Adamek.

„Ich liebe es, verschiedene Zustände von Farben zu zeigen“, sagt Barbara Adamek.

Andreas Bischof

„Ich liebe es, verschiedene Zustände von Farben zu zeigen“, sagt Barbara Adamek.

Krefeld. In zartem Violett breitet sich eine bogenförmige Fläche auf dem glatten Edelstahlgrund aus. Schwarze, schräg verlaufende Partien setzten harte Kontraste dazu. Seit vielen Jahren benutzt Barbara Adamek Edelstahl als Träger für ihre Ölmalerei. Dabei ist sie immer wieder neuen Ausdrucksmöglichkeiten auf der Spur. So auch bei der eingangs beschriebenen Arbeit, die zu den jüngsten Werken der bekannten Krefelder Künstlerin zählt.

"Der Bogen beschreibt eine Bewegung, verbindet die verschiedenen Elemente im Bild", sagt Adamek über ihre Arbeit, die eine von dreien ist, die sie im größten Raum innerhalb der Ausstellung großzügig verteilt hat.

Durch die großen, zum Westwall gerichteten Fenster strömt viel Tageslicht herein. Licht ist ein wichtiges Element ihrer Arbeit. Denn die Verbindung der spiegelnden Edelstahlfläche mit dem stets in mehreren Schichten lasierenden Farbauftrag führt je nach Beleuchtung zu ganz unterschiedlichen Seherlebnissen.

Ganz besonders schön ist das am Beispiel der zwei kreisförmigen Objekte zu sehen, die in ungewöhnlicher Höhe in Nähe des schönen alten Rundbogenfensters angebracht sind. Beide Objekte haben zusätzlich abgewinkelte Flügel, die von der einen Seite monochrom bemalt sind. Der eine Flügel hat eine kleine ebenfalls kreisförmige Öffnung. Je nach Standort des Betrachters entsteht durch die Spiegelung auf der benachbarten Metallfläche eine eigenartig immaterielle Form. Gerade das zeigt, mit welch spannenden Gegensätzen die Künstlerin arbeitet. Die kühle Metallfläche wird durch die Verbindung mit Farbe und Licht ein die Sinne ansprechendes lebendiges Objekt.

Hochformatige Tafeln sind in unterschiedliche Farben gegliedert

Kontraste zeigt auch das vierteilige Bildobjekt "Über-Flug" an der Stirnwand. Vier je 120 mal 30 Zentimeter große, hochformatige Edelstahltafeln sind in unterschiedliche Farbzonen gegliedert. "Landschaftliche Bezüge sind hier beabsichtigt", erzählt die Künstlerin, die bereits im Titel auf eine Vogelperspektive anspielt.

Schräge und gerade Flächen, kühle und warme Farbtöne sowie unterschiedlich stark akzentuierte Strukturen ergeben ein abwechslungsreiches Spiel der Farben und Formen. Über die Farben und Strukturen sind alle vier miteinander verbunden, insgesamt gibt es hier im Vergleich zu den anderen Arbeiten weniger Bewegung. Belebend sind die unterschiedlich temperierten Farbtöne, von warmem Rot bis Eisblau.

"Ich liebe es, verschiedene Zustände von Farben zu zeigen" sagt die Künstlerin und man merkt, dass sie mit ihren Ausdrucksmöglichkeiten noch lange nicht an Grenzen gestoßen ist.

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