Die VHS informiert über Politik, Parteien und Programme. Nicht nur Jugendliche hören zu.

Krefeld. Das Superwahljahr 2009 ist eine Herausforderung für alle, die zum ersten Mal wählen dürfen: Denn wer 18 Jahre alt ist, wird gleich dreimal zur Wahlurne gerufen: Am 7. Juni ist Europawahl, am 30.August werden Stadträte und Oberbürgermeister gewählt und im September ist Bundestagswahl.

Dabei ist vielen Erstwählern noch gar nicht klar, wen sie wählen oder welche Programm die Parteien haben - die Gefahr ist groß, dass viele resigniert gar nicht wählen. Um das zu vermeiden, gibt es gezielte Informationsveranstaltungen. Die Dozentin Nicole Achten hat jetzt bei einem Vortrag der Volkshochschule über das deutsche Wahlsystem sowie die Parteien und ihre Wahlprogramme aufgeklärt.

17 Krefelder im Alter von 14 bis 42 Jahren diskutierten über Politik und informierten sich über die Wahlen. Alle Teilnehmer waren politisch interessiert und vertraten ihren Standpunkt in der Diskussionsrunde.

"Es gibt immer noch Diskriminierung in Deutschland."

Yasin Arizan, Teilnehmer des Wahl-Kurses an der VHS

Einige engagieren sich in politischen Organisationen. "Es war meine Absicht, dass die Teilnehmer auf politischer Ebene miteinander kommunizieren. So lernen sie, ihre politische Meinung zu vertreten", sagt Nicole Achten. Sie leitet an der VHS auch Einbürgerungskurse. Von Teilnehmern dieser Kurse stammte die Idee zum Vortrag über das deutsche Wahlsystem.

Die Gründe, sich für Politik zu interessieren, sind individuell: Der gebürtige Deutsche Yasin Arizan hat türkische Vorfahren. Doch nicht immer wird er als deutscher Staatsbürger behandelt. "Immer wieder höre ich, dass ich als Ausländer wieder zurück in meine Heimat gehen soll. Diskriminierung besteht leider immer noch in unserer Gesellschaft", sagt der 30-Jährige.

Bei der Wahl der Stadträte und Bürgermeister dürfen Jugendliche ab 16 Jahren mitmachen. Als Kandidat antreten dürfen nur Bürger über 18 Jahren.

Für die Wahlen zum Europäischen Parlament und zum Bundestag gilt das Mindestalter 18 Jahre.

Er hofft, dass er durch seine Stimme bei der Bundestagswahl etwas für die Akzeptanz von ausländischen Mitbürgern tun kann. Der Vortrag der Krefelder Dozentin motiviere ihn zusätzlich, sich an der deutschen Politik zu beteiligen.

Die Teilnehmer des VHS-Kurses sind sich einig, dass die Entscheidungen des Superwahljahres großen Einfluss auf die Zukunft Europas, Deutschlands und Krefelds haben werden und dass es daher wichtig sei, wählen zu gehen.

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