Die Narren haben am Montag der Kälte getrotzt – mit Mutters Jogginghose und mehreren Lagen warmer Kleidung.

Krefeld. Das Beste gegen Bibberkälte sind heiße Bützchen. Die Jecken testen das Rezept bereits gestern Morgen vereinzelt auf dem Sprödentalplatz. Ein anderes Mittel ist Zwiebellook in gefühlten vierzehn Schichten. Den tragen mehr oder weniger alle Teilnehmer des Rosenmontagszuges. Nur die Herren der Prinzengarde geben unisono an, dass ihnen ihr weiter Umhang wie immer reicht. Wir forschen nicht weiter nach…

Das Wetter um den Gefrierpunkt zwingt andere hingegen zu ziemlich närrischen Verkleidungen. Die Mädels vom Freundeskreis der "Jecken Coyoten KG" zeigen Skihosen unter dem Bastrock. Da sie auf dem Mottowagen stehen, sieht es ja keiner. Ein männliches Mitglied der Fußgruppe "Die Jungen Wilden" gibt zu, Mutters Jogginghose unter dem grasgrünen Froschkostüm zu tragen. Auch hier gilt: "Sieht ja keiner."

Schnee hin oder her - es wurden Kamelle statt Streusalz geworfen

Nicht zu sehen sind bei diesem Wetter auch die Pferde. "Bis auf zwei Kaltblüter bleiben sie sicherheitshalber auf den Hängern", berichtet Albert Höntges, Präsident des Festkomitees Krefelder Karneval und erklärt mit einem Schmunzeln: "Dass wir brockenweise Streusalz werfen, stimmt übrigens nicht. Es bleibt bei den Kamelle."

Der Fischelner Freundeskreis hat das Wetter ja vorausgesehen. "Im Sommer wollte der Frosch nicht aus dem Glas heraus", sagt Klaus Weichert. "Deshalb haben wir uns für den Schafspelz entschieden." Rund 50 große und kleine "fabel-hafte schwarze Schafe" tummeln sich, warm in Plüsch eingepackt, erwartungsvoll an ihrem Treffpunkt.

Da haben es die Tanzmariechen in ihren kurzen Röcken und Spitzenhöschen weitaus schwerer, nicht zu erfrieren und trotzdem ihr Garde-Kostüm nicht mit dicken Jacken zu verdecken. Ihre Tricks: "Sie ziehen drei Strumpfhosen und dann Stulpen übereinander an und unter die Uniformjacke so viel wie passt", erklärt Brigitte Schommer, die Präsidentin der KG Grenztal 1980.

Heiße Würstchen und Bewegung als Frostschutzmittel

Sie selbst ist als Clown verkleidet und froh, zu einer Fußgruppe zu gehören. "Mit den Menschen auf den Wagen möchte ich nicht tauschen. Wir sind immer in Bewegung. Das ist gut gegen die Kälte"

Kinderpunsch, das heißt ohne Alkohol, und heiße Würstchen als Frostschutzmittel tragen die über 250 Teilnehmer der Fußballabteilung vom CSV Marathon ebenso mit sich wie 14 000 Tüten Popcorn. Zum 100-Jährigen haben ihre Kostüme mit den gelb-weißen Vereinsfarben einen schwarzen Untergrund bestehend aus Müllsack. "Tüten in unseren Farben haben wir nicht bekommen", erklärt Rainer Pölls, ihr Zugleiter. Dafür tragen die Jecken im Alter zwischen 6 und 66 Mützen in Deutschlandfarben mit Fußbällen obenauf. "2010 ist schließlich WM. Das passt doch zu unserem Jubiläum."

"Das Klima ist ein Hin und Her, Krefeld liegt bald am Meer", sind sich die "Coyoten" sicher. "Vor fünf Jahren haben wir noch in einer einfachen warmen Jacke hier gestanden", erinnert sich Carmen Holtsteger. Katrin Janssen vom Promotion-Team der Königsburg will mit ihren Kollegen mit viel Musik der Kälte trotzen und überlegt, dass der Gang zur Toilette im Zwiebellook eine Herausforderung wird…

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