2020 wird das Werk in Mülheim geschlossen, 32 Mitarbeiter sollen in Krefeld übernommen werden. Betriebsräte rücken zusammen.

Siempelkamp Krefeld, Siempelkampstraße
Siempelkamp-Gelände in Krefeld.

Siempelkamp-Gelände in Krefeld.

Bischof, Andreas (abi)

Siempelkamp-Gelände in Krefeld.

Krefeld. Siempelkamp-Boss Hans Fechner hat am Freitag – nach einem Jahr mit vielen Hiobsbotschaften um Personalabbau, Tarifflucht-Plänen, Ausbildungsstopp und internem Ärger – hochzufrieden eine Jahresbilanz präsentiert. Die beiden Betriebsratsvorsitzenden Thomas Dittmann und Carlos Fernandes, die gleichzeitig in Personalunion für die Gießerei und Behältertechnik in Mülheim zuständig sind, zeigen sich verwundert darüber, dass über die Aufgabe des Standortes in Mülheim zum Ende des Jahres 2020 nichts berichtet wurde.

Dort waren Anfang Mai noch 81 Mitarbeiter beschäftigt. Und so sieht es aktuell aus: Der Betriebsrat hat unterstützt durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht und in intensiven Gesprächen mit der zuständigen Geschäftsführung um Stefan Ziemes in Krefeld nach langem und zähem Ringen eine Vereinbarung unterschrieben.

Für 28 Mitarbeiter soll es derzeit noch keine Lösung geben

Erst in der dritten von sechs Verhandlungsrunden überraschte Ziemes mit der Information, dass es nicht mehr um 81 Siempelkamp-Mitarbeiter in Mülheim gehe (von ursprünglich 115), sondern um nur noch 60 geplante Stellen. 16 davon werden bis Dezember in die Transfergesellschaft PEAG überführt. Vier Kollegen sollen innerbetrieblich versetzt werden und ein befristeter Vertrag läuft aus. „Ein Schlag“, sagt Betriebsrat Fernandes. Der jedoch einigermaßen froh ist, dass man dem Konzern am Ende zumindest für 32 Menschen eine Übernahmegarantie in Krefeld abringen konnte und einen für Betriebsrat und Mitarbeiter positiven Sozialplan verhandelt habe. „Ob zukünftig vier oder mehrere Maschinen nach Krefeld verlagert werden, wird sich zeigen.“ Für die verbleibenden 28 Mitarbeiter gibt es noch keine Lösung. Ob sie in Mülheim zunächst weiterarbeiten können, hängt vor allem von der Auftragslage ab. „2018 und 2019 sind die großen Unbekannten“, sagt Thomas Dittmann.

Für Fernandes und Dittmann ist es immer noch unverständlich, dass ein über die Jahre immer noch profitabler Standort aufgegeben wird. Die Verunsicherung bei den Mitarbeitern sei überall zu spüren. Die Verschachtelung des Konzerns sowie Auslagerungen funktionierender Abteilungen seien nicht mehr nachvollziehbar und sorgten für sehr große Unruhe an allen Standorten.

Der Konzern beantwortet die Fragen der WZ nicht

Dass die Arbeitnehmervertretungen der einzelnen Gesellschaften schlecht oder nur lückenhaft in der Vergangenheit informiert wurden, führte dazu, dass im April bei einem Treffen von 18 Betriebsratsvertretern der verschiedenen Gesellschaften beschlossen wurde, den Konzernbetriebsrat zukünftig wieder zu stärken.

Der Konzern beantwortet die WZ-Anfrage dazu nicht.

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