Die Rentnerin bekam Bewährung, ihr Mitangeklagter muss in Gefängnis.

Hasch-Oma, Prozess, Drogen, Dealerin
Beide Angeklagten verstecken sich hinter Ordnern.

Beide Angeklagten verstecken sich hinter Ordnern.

Samla

Beide Angeklagten verstecken sich hinter Ordnern.

Krefeld. Hin und wieder griff eine 75-jährige Krefelderin gerne zum Joint. Das ist allerdings keine ganz billige Leidenschaft. Die Rente alleine reichte dafür nicht, also mussten andere Einnahmequellen her. Aus diesem Grund stand die Rentnerin in der vergangenen Woche gemeinsam mit einem 54-jährigen Bekannten wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels und -besitzes vor dem Schöffengericht. Sie erhielt eine Bewährungsstrafe von insgesamt 16 Monaten, der Mitangeklagte muss sogar ins Gefängnis – für zehn Monate.

Wegen seiner Vorstrafen hielt das Gericht eine Bewährung für ausgeschlossen. Aus einer Wohnung an der Hülser Straße soll die Frau im März 2017 mindestens zehn Mal fein säuberlich verpackte Ein-Gramm-Tütchen mit Haschisch zum Preis von jeweils zehn Euro verkauft haben. Der Rauschgiftvorrat soll sich in einem Gartenhäuschen hinter dem Gebäude befunden haben – das gehörte dem 54-Jährigen. Dort fanden Ermittler knapp 80 Gramm der Drogen.

Beide Angeklagte gaben die ihnen vorgeworfenen Taten zu. Allerdings soll der Verkauf nicht gewerbsmäßig erfolgt sein, sondern nur gelegentlich. Wäre er das gewesen, hätte sich das erheblich strafschärfend ausgewirkt. Das Gericht ging daher zugunsten der Angeklagten nicht davon aus, dass sie sich mit dem Drogenhandel eine dauerhafte Einnahmequelle für ihren Lebensunterhalt verschaffen wollten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer