Zwölf Mitarbeiter achten auf Sauberkeit und die Einhaltung von Regeln. Die WZ war mit zwei blauen Sheriffs auf Streife.

Kommunaler Ordnungsdienst
Manuel Canter und Mandy Stein unterhalten sich mit dem „Fifty-Fifty“ Zeitungsverkäufer auf der Hochstraße.

Manuel Canter und Mandy Stein unterhalten sich mit dem „Fifty-Fifty“ Zeitungsverkäufer auf der Hochstraße.

Mandy Stein und Manuel Canter kontrollieren einen Paketwagen, der außerhalb der erlaubten Lieferzeiten auf der Hochstraße unterwegs ist.

Andreas Bischof, Bild 1 von 2

Manuel Canter und Mandy Stein unterhalten sich mit dem „Fifty-Fifty“ Zeitungsverkäufer auf der Hochstraße.

Krefeld. Auf dem Boden liegen Zigarettenstummel, in den Ecken sammelt sich der Müll, Lieferwagen verstopfen die Fußgängerzone – ohne Manuel Canter und Mandy Stein sähe die Krefelder Innenstadt anders aus. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hält die Stadt sauber und sicher.

Täglich sind zwölf Mitarbeiter in Früh- und Spätschicht unterwegs. In Außenbezirken fahren die Mitarbeiter Streife und bearbeiten Aufträge. Manuel Canter und Mandy Stein drehen heute eine Runde zu Fuß durch die Innenstadt. „Dieser Bereich der Fußgängerzone bis runter zum Hauptbahnhof ist sehr wichtig. Hier ist das Zentrum der Stadt, hier sind die meisten Leute unterwegs“, erklärt Bernhard Pritzel vom Ermittlungs- und Vollzugsdienst im Fachbereich Ordnung.

Innenstadt soll nicht „verhuddelt“ aussehen

Von der Hansastraße biegen Canter und Stein in die Neusser Straße ein. Ein Lkw mit eingeschaltetem Warnblinklicht steht mitten in der Fußgängerzone. Als die Mitarbeiter in ihren dunkelblauen Jacken um das Auto gehen, stürmt der Fahrer aus einem Gemüseladen. Eine kleine Diskussion mit den Herrschaften vom Ordnungsdienst, dann wird das Auto weggefahren.

Ein paar Meter weiter lehnen verrostete Räder an einem Laternenpfahl. Ein Hinterrad fehlt – fahrtüchtig sind beide Drahtesel nicht mehr. Canter und Stein informieren den Fachbereich Umwelt, der die Räder entfernen wird. „Wir wollen die Innenstadt nicht verhuddeln lassen“, erklärt Pritzel. Wer Müll oder eine Kippe fallenlässt, muss deshalb bis zu 35 Euro Strafe zahlen.

Gibt es im Winter genauso viel zu tun wie im Sommer? „Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Schwerpunkte. Im Sommer ist es die Wildgrillerei oder wenn Leute draußen feiern. Und auch an der Ritterstraße ist dann mehr los“, heißt es mit Blick auf den Straßenstrich.

Bei aggressivem Betteln wird eingeschritten

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) ist unter anderem Ansprechpartner, wenn Müll auf den Boden geworfen wird, Hundehalter den Kot ihrer Tiere nicht entfernen, Tauben gefüttert werden, Obdachlose die Allgemeinheit gefährden und Passanten durch aggressives Betteln belästigt werden.

Täglich sind zwölf Mitarbeiter in einer Früh- und einer Spätschicht im ganzen Stadtgebiet im Einsatz.

Der KOD arbeitet eng mit der Polizei zusammen. Manchmal sind Doppelstreifen unterwegs. Bei Ruhestörungen informiert die Polizei sofort einen Zuständigen des KOD – denn dafür ist auch der Ordnungsdienst zuständig.

Telefon 86 22 25.

Der Rundgang geht auf der Hochstraße weiter. Eine Frau kauert vor einem zerdrückten Pappbecher, leise bittet sie Passanten um ein paar Münzen. Canter und Stein sprechen sie an und weisen sie darauf hin, dass sie nach einer gewissen Zeit ihren Platz wechseln sollte. Falsch hat sie nichts gemacht. „Diese Form des Bettelns ist in Ordnung. Aggressives Betteln, also sich in den Weg stellen oder Hinterherrufen, ist verboten. Da schreiten die Kollegen dann auch ein“, sagt Pritzel.

Eine ähnliche Regelung gilt für Straßenmusiker. Sie sollen alle 20 bis 30 Minuten den Ort wechseln. Auch darauf spricht die KOD-Streife die Musiker an.

Die Präsenz der Mitarbeiter soll das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken. Mit einem Stapel Broschüren besuchen die Mitarbeiter die anliegenden Geschäfte. Sevtab Blanke vom Pralinengeschäft Hussel freut sich über die Informationen. Falls sie Probleme hat, kann sie den Kommunalen Ordnungsdienst auf direktem Wege verständigen. Als die beiden das Geschäft verlassen, kommt ihnen der Wagen eines Paketzustellers entgegen. Der Fahrer diskutiert mit Canter und Stein, muss sich aber einsichtig zeigen.

Zur Sicherheit sind die Ordnungsdienstler immer zu zweit unterwegs. „Wir verkaufen der Kundschaft ja ein Produkt, dass die Kundschaft nicht haben will“, erklärt Bernhard Pritzel.

Eine Ecke weiter treffen Manuel Canter und Mandy Stein wieder auf den gelben Lieferwagen. Dieses Mal gibt es ein Bußgeld – 30 Euro für das unerlaubte Parken vor dem Geschäft.

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