Sechseinhalb Jahre für 54-jährigen Krefelder, der seinen achtjährigen Patensohn über Monate missbraucht hat.

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Krefeld. Sechseinhalb Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung: So lautet das Urteil gegen einen 54-jährigen Krefelder, der sich vor dem Landgericht wegen Kindesmissbrauch und Besitzes von kinderpornografischem Material verantworten musste.

Für das Gericht bestand kein Zweifel daran, dass Walter E. seinen achtjährigen Patensohn über Monate hinweg missbraucht hatte. „Sie haben sogar immer wieder versucht dem Kind die Schuld für alles zu geben und sehen sich selbst in der Rolle des verführten Opfers“, erklärte die Richterin bei der Urteilsbegründung in Richtung des Angeklagten.

Außerdem habe der 54-Jährige den Jungen massiv traumatisiert und mit Schweigegeboten unter Druck gesetzt. Erst als der sich geweigert hatte, ein weiteres Wochenende in Krefeld zu übernachten und sich zu Hause anvertraute, flog die pädophile Neigung des Malers und Lackierers auf. Die Mutter erstattete Anzeige, bei einer Hausdurchsuchung wurde dann auch kinderpornografisches Material bei dem 54-Jährigen sichergestellt.

Gutachter sagt, dass eine Therapie sinnlos wäre

Auch für den psychologischen Gutachter war der Fall klar: „Walter E. ist so stark auf Kinder fixiert, dass eine Therapie sinnlos wäre“, erklärte er. „Er hat keine Impulskontrolle, kein Mitgefühl für das Opfer, und es besteht ein hohes Risiko, dass er sich immer wieder an Kindern vergreifen wird.“

Damit war auch der Antrag des Verteidigers vom Tisch, seinen Mandanten nach der Haftstrafe vor einer unbestimmt langen Sicherungsverwahrung zu verschonen.

Der 54-Jährige, der sich schon am ersten Prozesstag geständig gezeigt, aber immer wieder betont hatte, dass der Junge gerne die Wochenenden bei ihm verbracht hätte, schwieg zu dem Urteil.

Und obwohl er als nicht therapierbar gilt, so sein Anwalt, solle man ihn im Strafvollzug dennoch in diese Richtung unterstützen. So könne er versuchen, seine Neigungen nicht zuletzt zum Wohle der Allgemeinheit unter Kontrolle zu bringen.