Das Black-Box-Projekt soll Schüler für den Straßenverkehr vorbereiten. Vor allem wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Alexander Czapla demonstriert den Sechstklässlern Nele, Nikola und Nikita (v. l.) wie wichtig ein gut beleuchtetes Fahrrad ist.
Alexander Czapla demonstriert den Sechstklässlern Nele, Nikola und Nikita (v. l.) wie wichtig ein gut beleuchtetes Fahrrad ist.

Alexander Czapla demonstriert den Sechstklässlern Nele, Nikola und Nikita (v. l.) wie wichtig ein gut beleuchtetes Fahrrad ist.

Andreas Bischof

Alexander Czapla demonstriert den Sechstklässlern Nele, Nikola und Nikita (v. l.) wie wichtig ein gut beleuchtetes Fahrrad ist.

Hüls. „Sehen und gesehen werden“ ist nicht nur für Mitglieder der High Society wichtig, sondern auch im Straßenverkehr – insbesondere für Fahrradfahrer in der dunklen Jahreszeit.

Gerade Schüler sollen früh über die Notwendigkeit einer vorschriftsmäßigen Beleuchtung aufgeklärt werden, weshalb die Arbeitsgemeinschaft Fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) das „Black-Box“-Projekt ins Leben gerufen hat.

Ein Crash-Kurs für den richtigen Umgang mit dem Fahrrad

„Wir wollen, dass weniger Verkehrsunfalle mit Rad fahrenden Kindern passieren“, sagt Michael Hülsmann, Fahrradbeauftragter der Stadt Krefeld und Geschäftsführer der Aktion „Krefelder Fairkehr“. Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag besuchte das Team der „Black-Box“ die Robert-Jungk-Gesamtschule in Hüls. Immer zwei Klassen gleichzeitig können am Donnerstag die ver-schiedenen Stationen der „Black-Box“ durchlaufen.

Bevor es losgeht, geben Michael Hüls und Helmut Bott, zuständig für die Verkehrsprävention und den Opferschutz bei der Polizei Krefeld, eine kurze Einführung. „Das, was wir heute machen, hat echt etwas mit eurem Leben zu tun“, kündigt Bott an.

Das erste Modul der „Black-Box“ zeigt verschiedene Fahrradbeleuchtungen im Vergleich. Die klassische Lampe mit schwergängigem Dynamo ist heutzutage zwar noch an vielen Rädern montiert, schneidet im Vergleich zu moderner LED-Technik aber schlecht ab.

„Sieht ja total bescheuert aus.“

Eine Schülerin über die Montur

Wie viel Energie die unterschiedlichen Lampentypen benötigen, können die Kinder selbst erfahren, in dem sie über eine Kurbel den benötigten Strom erzeugen. Bei der nächsten Station zeigt Hülsmann reflektierende Kleidung und Accessoires aus Sicht eines Autofahrers. An einer Wand hängen Warnwesten, reflektierende Sticker, Jacken und Helmüberzüge. Ein Schüler wird zur Demonstration komplett neu eingekleidet.

„Sieht ja total bescheuert aus“, sagt da eine Sechstklässlerin skeptisch. Aber der Junge, der von Kopf bis Fuß in reflektierendes Material gehüllt ist, wird sicher nicht übersehen. Noch wichtiger als reflektierende Kleidung ist jedoch, dass das Rad verkehrssicher ist. Bei nicht funktionierender Beleuchtung kann die Polizei etwa ein Bußgeld von zwanzig Euro verhängen. Zudem würden Radfahrer ohne Licht bei Nacht bis zu 80 Prozent schlechter gesehen werden, als bei Tag. „Helle Köpfe fahren eben mit Licht!“ Damit sich diese hellen Köpfe aber auch selbst helfen können, wenn das Licht mal nicht funktioniert, gibt Polizeihaupt-Kommissar Bott Tipps zur Selbsthilfe.

Bei der dritten Station müssen die Schüler ein defektes Fahrrad reparieren. Unter anderem ist der Sattel falsch eingestellt, der Reifendruck stimmt nicht, die Bremsen und das Licht funktionieren nicht.

„Ich habe auf jeden Fall etwas dazu gelernt“, sagt Alicja Wolff aus der 7b. Beim letzten Modul fahren die Kinder mit einem Fahrrad auf der Stelle und beleuchten so eine Verkehrssituation. In diesem Gewusel sind Radfahrer mit und ohne Licht unterwegs.

Wer alle Radfahrer richtig identifiziert, hat die Chance nützliches Fahrradzubehör zu gewinnen. „Ich glaube hier bleibt viel hängen, weil die Kinder aktiv mitmachen und es aus dem schulischen Rahmen rausfällt“, erklärt Alexander Czapla von der P3-Agentur, die die Idee für die „Black-Box“ umgesetzt haben.

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