Psychiater kann die Angaben des Mannes, der Frauen im Schlaf missbraucht haben soll, nicht glauben.

Die Erklärungen von Muhammet A. werden angezweifelt.
Die Erklärungen von Muhammet A. werden angezweifelt.

Die Erklärungen von Muhammet A. werden angezweifelt.

Die Erklärungen von Muhammet A. werden angezweifelt.

Krefeld. Er lauerte Frauen nachts vor Krefelds Diskotheken auf, verfolgte sie bis zu deren Wohnungen, brach ein und missbrauchte sie im Schlaf - es sind schwere Vorwürfe, die auf Muhammet A. lasten. Doch an die entscheidenden Momente in den Wohnungen seiner Opfer will sich der 28-jährige Nettetaler nicht erinnern können. Weil er Amphetamine schnupfte und Marihuana rauchte, sagte er vor dem Krefelder Landgericht. Doch diese Theorie kann der Psychiater im Gerichtsverfahren, Dr. Egbert Kühn aus Viersen, nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Er hält sie für unhaltbar.

Denn im Leben des mutmaßlichen Sex-Täters, der im Sommer 2009 mindestens sechs Frauen missbraucht haben soll, gab es sonst keine Ausfällen und Gedächtnisverlust. Zwar ließ sich A. nach eigenen Angaben von seiner Freundin Drogen ans Bett bringen, um aufstehen zu können. Doch dann fuhr er zur Arbeit - und war dort sehr erfolgreich. Als Bäcker arbeitete er sich zum Vorarbeiter hoch. "Ich brauchte nur sechs Stunden, wofür andere acht arbeiteten", sagte er.

Das letzte Opfer mit einem Messer bedroht

Erinnerungslücken habe er sonst nie, so Muhammet A. Wären Drogen der Grund, müsste sich dies aber durch das gesamte Leben ziehen, beruflich wie privat, sagt Kühn. Er wird kommende Woche sein Gutachten vorlegen. Dann will das Gericht auch das Urteil sprechen.

Das letzte Opfer (19) des Sex-Täters berichtete im Zeugenstand von dem Übergriff am 30. August in ihrer Wohnung an der Hülser Straße. Hier war der Einbrecher wesentlich weiter gegangen als zuvor. Denn als die Schülerin - sie war nachts aus der Königsburg heimgekehrt - am Morgen wach wurde und im Türrahmen die Umrisse einer Person sah, sprang der Täter auf ihr Bett. In einer Hand hielt er ein Messer, in der anderen ein Mulltuch. Während er der 19-Jährigen drohte - "Ich bringe Dich um" - soll er versucht haben, sein mit einem Kondom versehenes Glied in den Mund der jungen Frau zu drücken. Als die ihn anflehte, aufzuhören und fragte "Hast Du eigentlich kein Herz?" soll der Mann von ihr abgelassen haben.

An diesen Moment kann sich Muhammet A. auch wieder erinnern - an alles andere vorher nicht. Auch ein Gespräch mit einer 19-Jährigen, die er bis zur Randstraße verfolgt hatte, dann aber von Polizisten gefasst wurde, will A. nicht geführt haben: "Warum sagt die Frau das?"

Die Ex-Freundin (25) des Angeklagten sagte gestern ebenfalls aus. Sie bestätigte den Drogenkonsum und berichtete von einem normalen Sex-Leben in der Beziehung mit dem 28-Jährigen.

Eine Sachverständige des Landeskriminalamtes erklärte gestern, dass in der Scheide eines der Opfer Spuren des Angeklagten gefunden worden waren. Deshalb steht der Vorwurf der Vergewaltigung und damit ein deutlich höheres Strafmaß im Raum.

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