Verkehr: Studenten haben ältere Menschen befragt und untersucht, wo Gefahren liegen.

142 Senioren verunglückten vergangenes Jahr im Straßenverkehr, 18 weniger als 2007.
142 Senioren verunglückten vergangenes Jahr im Straßenverkehr, 18 weniger als 2007.

142 Senioren verunglückten vergangenes Jahr im Straßenverkehr, 18 weniger als 2007.

dpa

142 Senioren verunglückten vergangenes Jahr im Straßenverkehr, 18 weniger als 2007.

Krefeld. Die Zahl der Unfälle, an denen Senioren beteiligt waren, ist im Jahr 2008 erstmals seit Jahren wieder rückläufig: Sie sank um rund zehn Prozent. Verunglückten im Jahr 2007 noch 160 Senioren im Straßenverkehr, so waren es im vergangenen Jahr noch 142 - 18 Unfälle weniger. In 57 Fällen war das Fehlverhalten der über 65 Jahre alten Menschen die Unfallursache.

Diese Zahlen sind am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts "Auswertung von Seniorenunfällen im Straßenverkehr" im Polizeipräsidium vorgelegt worden. Leider wurde aber auch im Jahr 2008 wieder ein älterer Bürger getötet (2007: zwei Tote).

Der schlechte Zustand der Geh- und Radwege ist ein Problem

Die Abschlussarbeit von zehn Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Krefelder Polizeipräsidium.

Zum ersten Mal kooperierten bei dieser Senioren-Studie zukünftige Stadtinspektoren und künftige Polizeibeamte. Sie stellten weiche und harte Faktoren vor, subjektive wie objektive Befunde, und fassten die Arbeit in zehn Unterthemen zusammen.

Dazu gehören auch die Perspektiven für die Prävention von Verkehrsunfällen mit Senioren. René Bruder aus Krefeld hat Senioren als Fußgänger und Radfahrer beobachtet und wunde Punkte aufgezeigt. Der teilweise schlechte Zustand der Rad- und Gehwege sei ein Problem für Senioren oder die zu kurzen Grünphasen für Fußgänger auf dem Bahnhofsvorplatz. Oder auch das "erzwungene" Falschfahren auf dem Radweg Dießemer Bruch wegen fehlender Querungsmöglichkeiten der breiten Ausfallstraße.

86 Prozent der Senioren halten sich für geistig und körperlich fit

In der Busschule, die von den Stadtwerken Krefeld getragen wird, werden Kindern Gefahrenstellen in Bussen und an Haltestellen aufgezeigt. Dieses Projekt wurde in der Abschlussarbeit als lobenswert hervorgehoben.

Eine solche Schule könnte zu einem Angebot für Senioren ausgebaut werden.

Hanna Laura Schmitz aus Viersen hat die Selbsteinschätzungen von Senioren im Verkehrsgeschehen untersucht. 86 Prozent der Befragten meinten, sie seien körperlich und geistig fit. Allerdings bekundeten nur 26 Prozent Interesse an einer verkehrspädagogischen Maßnahme. 64Prozent der Befragten wären aber bereit, gemeinsam mit Kindern am Verkehrsunterricht teilzunehmen.

Bei den Führerscheininhabern waren 70 Prozent gegen ein Gesetz zur Zwangsabgabe des Führerscheins, 50 Prozent wären unter Umständen bereit, ihn freiwillig zurückzugeben.

Die vielfältigen Angebote der Verkehrssicherheitsberater der Polizei in Krefeld waren bei 80Prozent der Senioren unbekannt. Das ergab eine Befragung, die Sebastian Quade aus Düsseldorf vorstellte. Laut seiner Untersuchung fühlen sich 60 Prozent der Senioren durch den Zustand von Straßen, Rad- und Gehwegen behindert, 38 Prozent durch Kraftfahrzeuge und 35 Prozent durch Straßenbahnen.

Auf die besonderen Gefahren für radfahrende Senioren wies Christian Kröll aus Kempen hin. Zwei Drittel aller dabei tödlich Verletzten seien über 60 Jahre alt. Er sprach sich in diesem Zusammenhang für eine allgemeine Helmpflicht für Radfahrer aus.

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