Ein Blick in die Postgeschichte der Seidenstadt.

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Ratsherr Dieter Backerra (links) und Günter Busch (Sammlergilde Heinrich von Stephan) zeigten Krefelder Postgeschichte in der VHS.

Ratsherr Dieter Backerra (links) und Günter Busch (Sammlergilde Heinrich von Stephan) zeigten Krefelder Postgeschichte in der VHS.

Stadt Krefeld

Ratsherr Dieter Backerra (links) und Günter Busch (Sammlergilde Heinrich von Stephan) zeigten Krefelder Postgeschichte in der VHS.

Krefeld. Wie spannend Krefelder Postgeschichte sein kann, das haben Ratsherr Dieter Backerra und die Briefmarken- und Münzsammlervereinigung bei den Stadtwerken (SWK) gezeigt. Dafür trugen sie Briefe, Postkarten, Unternehmens- und Institutsdokumente, Stempel und Krefelder Bildmotive aus Vergangenheit und Gegenwart zusammen.

Ein Blick zurück: Mit Neid sahen die Krefelder, vor allem wenn sie Kaufleute waren, vor mehr als 250 Jahren in Richtung Uerdingen und Linn. Dort verkehrte nämlich längst regelmäßig und zweimal wöchentlich ein Postwagen Richtung Holland und Köln. Nichts von alledem in Krefeld. Die Kaufleute mussten ihre Waren entweder mit eigenen oder mit Mietfahrzeugen nach Köln oder Holland transportieren.

Beim Besuch Friedrich des Großen 1751 in der Seidenstadt machte Friedrich von der Leyen im Namen der Krefelder Kaufleute seinem Ärger Luft - und eineinhalb Jahre später konnte Vollzug gemeldet werden: Das preußische General-Postamt ordnete an, dass der Postwagen "Köln - Kleve" auf seinem Weg zwischen Neuß und Uerdingen einen Umweg über Krefeld nehmen sollte.

Volker Schmidt war der erste Postmeister in Krefeld. Das königlich-preußische Postamt befand sich auf der Lutherischen-Kirch-Straße und beschäftigte unter anderem genau einen Briefträger.

Später, in der Zeit der französischen Besetzung des Niederrheins, wurde Krefeld postalisch als Departement Roer zum 103. Departement der französischen Republik. Ab 1816 übernahmen die Preußen wieder die Postverwaltung in Krefeld.

1851 standen den damals 40000 Einwohnern ganze fünf Briefkästen zur Verfügung. Immerhin wurde fünf Jahre später im Zusammenhang mit dem Bau der ersten Eisenbahnlinien auch das Telegrafennetz eingeführt. Am 1. Februar 1856 war Krefeld nach dem damaligen Stand der Technik "online".

Das heutige Postamt auf dem Ostwall wurde 1894 eröffnet und in der Bombennacht 1943 zerstört. Doch sieben Tage später wurde der Betrieb schon wieder aufgenommen, ein fahrendes Postamt überbrückte die Zwischenzeit.

Nach dem Ende des Krieges - für Krefeld bereits im März 1945 - ging es ab dem 21. Mai 1945 weiter. Am 26. November 1945 war dann der Postverkehr auch in die beiden anderen Besatzungszonen möglich - ab 1. April 1946 auch wieder ins Ausland.

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