Gegen die Peinigerinnen des kleinen Felix sind die Urteile ergangen. Die Mutter erhielt eine Bewährungsstrafe, die Partnerin geht in Haft.

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Die beiden Angeklagten mit ihrer Verteidigerin Claudia Glahn vergangene Woche vor Gericht.

Die beiden Angeklagten mit ihrer Verteidigerin Claudia Glahn vergangene Woche vor Gericht.

Egon Traxler

Die beiden Angeklagten mit ihrer Verteidigerin Claudia Glahn vergangene Woche vor Gericht.

Krefeld. Für sechs Jahre und einen Monat muss Marion M. (39) hinter Gitter, während ihre Lebenspartnerin, die drei Jahre ältere Beate D. mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davonkam. Die erste große Strafkammer des Landgerichts folgte damit den Anträgen des Staatsanwalts.

Bis zum Prozessende blieben die beiden Angeklagten stumm

Die beiden Frauen waren wegen mehrerer schwerer Misshandlungen und Körperverletzungen an D.’s Sohn Felix angeklagt. Der damals zehn Jahre alte Junge war 2007 über Monate "einem Martyrium mit unglaublicher Brutalität" ausgesetzt, wie Staatsanwalt Schlechtriem in seinem Plädoyer formulierte.

Marion M. sei "extrem gewalttätig" gewesen. Nebenklägerin Katrin Keller bezeichnete die Haltung der Angeklagten als "menschenfeindlich", mit der sie Felix am 11. November 2007 am Inrath sogar in eine lebensbedrohliche Situation gebracht hätten. Die Nebenklage hatte für Beate D. drei Jahre Gefängnis ohne Bewährung gefordert.

Die beiden Angeklagten, die in der Sache an den vier Verhandlungstagen vor dem Landgericht schwiegen, blieben auch am Prozessende so gut wie stumm. Lediglich die Mutter rang sich zu einem kaum wahrnehmbaren "tut mir leid" durch. Den Prozess hatten beide stoisch und mit gesenkten Köpfen, in sich zusammengesunken verfolgt. Nur zum Auftakt hatte Felix Mutter einige Tränen vergossen.

Felix wird sich jetzt einer Trauma-Therapie unterziehen

Eine wichtige Weiche hatte eine Gutachterin gestellt, die die Glaubwürdigkeit von Felix untersuchen sollte, der als "Kronzeuge" die beiden Frauen schwer belastet hatte. Fast ohne Einschränkungen bescheinigte ihm die Gutachterin einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit. Diese sei "völlig intakt und differenziert" auch im Hinblick auf die Einschätzung der Partnerin seiner Mutter gewesen. Felix, der jetzt in einem städtischen Heim lebt, kann sich jetzt einer Trauma-Therapie unterziehen.

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