Die Geschwister des vermissten Luca sind verzweifelt. Sie haben im Netz einen Aufruf in drei Sprachen verfasst, um den Sechsjährigen zu finden.

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Krefeld. Laura Meier (Name geändert, Anm. d. Red.) ist verzweifelt. Seit zweieinhalb Monaten wartet die junge Frau auf ein Lebenszeichen ihres kleinen Bruders. Der sechsjährige Luca ist am 20. Oktober in Krefeld auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Die Polizei sucht seitdem mit Hochdruck nach dem Jungen und seiner Mutter, die den Sechsjährigen vermutlich abgepasst hat und mit ihm untergetaucht ist. Susanne R. soll drogenabhängig sein und besitzt kein Sorgerecht für ihren Sohn, der zuletzt in einer Einrichtung an der Hubertusstraße lebte. Hinweise hatten die Ermittler zuletzt nach Venlo (Ortsteil Velden) geführt.

Polizei tappt im Dunkeln, neue Hinweise über das Internet. Doch auch in den Niederlanden konnten Mutter und Sohn nicht gefunden werden. Für die Schwestern des Sechsjährigen fühlt sich die Zeit ohne ihr jüngstes Familienmitglied unerträglich an. „Das Schlimmste ist, dass wir nichts machen können“, sagt Laura Meier. Dabei versuchen die Schwestern vor allem im Internet alles, um Menschen europaweit für die Suche nach ihrem Bruder zu sensibilisieren.

Der Post, in dem noch mal detailliert die Umstände des Verschwindens und Beschreibungen von Luca und Susanne R. aufgeführt sind, erscheint im Netz in drei Sprachen: deutsch, englisch und niederländisch. Die Resonanz ist überwältigend. „Täglich erhalten wir Nachrichten von Menschen aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland“, sagt Laura Meier. Hinweise seien darunter, aber auch einfach „viele liebe Worte, die uns Trost spenden in der schweren Zeit.“ Es gibt Nachrichten, die die Familie des Sechsjährigen darauf hoffen lassen, dass Luca noch gefunden wird.

Den Glauben daran, dass Susanne R. ihren Sohn selber wieder zurückbringt, haben die Schwestern hingegen schon längst aufgegeben. „Wenn sie das wirklich vorgehabt hätte, hätte sie ihn doch schon in den Herbstferien wiedergebracht“, ist sich Laura Meier sicher.

Was bleibt, ist das Vertrauen in die Arbeit der Ermittler. Die Polizei hat indes nach eigenen Angaben durch einen in den Sozialen Netzwerken veröffentlichten Aufruf der Schwestern selber neue Hinweise auf den Verbleib des vermissten Kindes erhalten. „Leider haben sich daraus aber noch keine weiteren Erkenntnisse auf den Aufenthaltsort von Luca und seiner Mutter ergeben. Die Hinweise beziehen sich sowohl auf Deutschland als auch die Niederlande“, sagt Karin Kretzer.

Keine aktive Zusammenarbeit mit niederländischen Behörden mehr

Die Polizeisprecherin erklärt aber auch, dass es im Rahmen des Vermisstenfalls aktuell keine aktive Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden mehr gebe. Denn Hinweise, dass sich Mutter und Sohn immer noch in der niederländischen Partnerstadt von Krefeld aufhalten, gibt es derzeit nicht.

Dabei war das Duo im November des vergangenen Jahres noch in Venlo gesehen worden. Bei Hausdurchsuchungen in Velden konnten Luca und seine Mutter jedoch nicht angetroffen werden.

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