Ein Krefelder macht sich Sorgen um seinen Freund auf Weltreise. Eigentlich wollte er ihn im Mai in Mittelamerika besuchen.

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Mariachi-Musik gehört zum Mexiko-Urlaub dazu. Mit Mundschutz sieht das Ganze allerdings eher traurig aus.

Mariachi-Musik gehört zum Mexiko-Urlaub dazu. Mit Mundschutz sieht das Ganze allerdings eher traurig aus.

dpa

Mariachi-Musik gehört zum Mexiko-Urlaub dazu. Mit Mundschutz sieht das Ganze allerdings eher traurig aus.

Krefeld. Nervosität macht sich breit. Seit zwei Wochen haben Freunde und Familie nichts mehr von Benedikt Hoster gehört. Dabei wissen alle: Der 31-jährige Lehrer ist gerade auf Weltreise und im Mai wollte er in Mexiko sein. Ausgerechnet. In den letzten Tagen überschlugen sich die Meldungen über die Schweinegrippe und ihre Ausbreitung.

Gestern dann die erlösende E-Mail aus Mexiko: "Alles okay, bin gut in Los Angeles angekommen. Von der Grippe ist hier noch keine Spur. Ich bleibe jetzt erst einmal hier." Benedikts Handy-Mailbox und sein E-Mail-Postfach waren bis zum Anschlag gefüllt mit besorgten Nachrichten seiner Lieben. Auf seinen letzten beiden Reise-Stationen, West Samoa und Tonga, gab es weder Handy-Netz noch eine brauchbare Internet-Verbindung.

Jetzt atmen alle tief durch. Auch sein Freund Martin (Name geändert). Doch der hat ein weiteres Problem: "Ich wollte mich eigentlich im Mai mit ihm in Mexiko-Stadt treffen."

Im Reisebüro fragt niemand mehr nach Mexiko

Der Trip steht jetzt natürlich auf der Kippe. Zwar relativieren die Experten die Gefahr, die von der Grippe ausgeht, doch ein mulmiges Gefühl bleibt.

"Dorthin zufahren macht ja keinen Sinn, wenn alle Veranstaltungen und kulturellen Angebote abgesagt oder geschlossen sind." Der Krefelder wird seine Reise wohl stornieren müssen.

Da helfen auch die Ratschläge nichts, die er sich bei den Virologen der Uni-Klinik Düsseldorf eingeholt hat. "Vor allem Händewaschen ist extrem wichtig, weil sich über die Hände viele Menschen infizieren", hatte ihm Virenforscher Ortwin Adams gesagt. Mundschutz wäre ohnehin Pflicht gewesen. "Aber ein Urlaub ohne ein einziges unverhülltes Gesicht zu sehen, ist auch nicht schön", sagt Martin. Mexiko ist nicht mehr angesagt.

Auch im Reisebüro Esser an der Rheinstraße fragt niemand mehr nach dem sonst so beliebten Fernreiseziel. "Wir haben auch zwei Umbuchungen, aber die betreffen Mexiko-Reisen im Juni und Juli", sagt Reisebüro-Mitarbeiterin Lisa Esser. Sie sagt dem mexikanischen Tourismus einen großen Umsatzeinbruch voraus.

Ein Minus, dass auch Martin für seine Stornierung in Kauf nehmen muss. "Es ist aber immer noch besser als ein Urlaub mit Vermummung oder die Schweinegrippe", sagt er.

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