Laut Werner Klinkhammer würde ein Autobahnausbau mit Tunnel getrennte Stadtteile wieder verbinden.

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Sechsspurig soll die A 57 auf jeden Fall werden - Werner Klinkhammer verglich die verschiedenen Varianten des Ausbaus.

Sechsspurig soll die A 57 auf jeden Fall werden - Werner Klinkhammer verglich die verschiedenen Varianten des Ausbaus.

Andreas Bischof

Sechsspurig soll die A 57 auf jeden Fall werden - Werner Klinkhammer verglich die verschiedenen Varianten des Ausbaus.

Krefeld. Der Architekt entwickelte seinen 600-Millionen-Traum: Werner Klinkhammer (72), der nur einen Steinwurf weit neben der Autobahn wohnt, schilderte seinen Zuhörern von der "Schutzgemeinschaft A 57" im kahlen Saal des Oppumer Parkhauses, wie es sich auswirken könnte, wenn die Autobahn von Oppum bis Gartenstadt sechsspurig in einen Tunnel gelegt wird.

Blühende Parklandschaften könnten auf dem Deckel entstehen, neues Bauland würde reif für über 400 Häuschen, zwischen den Stadteilen gäbe es wieder Verbindungen.

Der Traum wurde auch kaum lädiert, als SPD-Bezirksvertreter Helmut Späth der Versammlung berichtete, die CDU-Landtagsabgeordneten Winfried Schittges und Peter Kaiser hätten sich im Autobahnamt damit einverstanden erklärt, dass die Sechsspurigkeit zwischen Geismühle und Anschluss Oppum ohne Trog und Tunnel mit neun Meter hohen Lärmschutzwänden geplant wird.

Klinkhammer hatte sich intensiv mit den Varianten des sechsspurigen Ausbaus der A 57 beschäftigt: In Hochlage mit bis zu sieben Meter hohen Lärmschutzmauern, komplett überdeckt wie in Aschaffenburg oder auch im Trog, aus dem allerdings Lärm nach oben dringt.

Den Tunnel sieht der Architekt als optimale Lösung an, die Parks auf dem Deckel könne man sogar für eine Bundesgartenschau anbieten. Die Einhausung bewertete er besser als den Trog.

Die Tunnellösung könne die zweigeteilte Stadt wieder einen, die derzeit auf sieben "Löcher" durch den Autobahndamm angewiesen sei, die er im Foto vorführte. Er kritisierte nachträglich heftig die Parallelplanung von Autobahn und Wohngebieten, die zu den heutigen Konflikten beigetragen habe.

Aus der ursprünglich vorgesehenen Tangentenplanung mit ebenerdigen Anschlüssen sei fast über Nacht die linksrheinische Autobahn geworden. Energisch forderte Klinkhammer regelmäßige Lärmmessungen als Pflicht der Stadt.

In der Diskussion wussten einige Teilnehmer auch Rat für die Schließung der Schere zwischen den 600 Millionen Euro für einen Tunnel und den 200 Millionen Euro, die der Bund für die Sechsspurigkeit in Krefeld ausgeben will: "Bei der Maut kommt so viel Geld herein, das muss eben ortsgebunden ausgegeben werden."

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