Der Tierpark und die Gesamtschule Kaiserplatz haben jetzt einen Vertrag für eine Bildungspartnerschaft unterschrieben.

Der Tierpark und die Gesamtschule Kaiserplatz haben jetzt einen Vertrag für eine Bildungspartnerschaft unterschrieben.
Zoopädagogin Gaby Borg (vorne l.) und Zoolehrerin Claudia Heiermann mit Lehrern der Gesamtschule am Kaiserplatz vor dem Pinguin-Pool.

Zoopädagogin Gaby Borg (vorne l.) und Zoolehrerin Claudia Heiermann mit Lehrern der Gesamtschule am Kaiserplatz vor dem Pinguin-Pool.

A. Bischof

Zoopädagogin Gaby Borg (vorne l.) und Zoolehrerin Claudia Heiermann mit Lehrern der Gesamtschule am Kaiserplatz vor dem Pinguin-Pool.

Bockum. Es ist viel spannender, am lebenden Objekt zu lernen und beispielsweise im Kunstunterricht das massige Nashorn in artgerechter Umgebung zu zeichnen, als das Lehrbuch im Klassenraum aufzuschlagen. Es ist auch interessanter, hangelnde Affen vor Ort zu sehen, zu hören und zu riechen und sie dann auf Englisch zu beschreiben. Die Mädchen und Jungen der Gesamtschule Kaiserplatz haben jetzt ganz oft die Gelegenheit dazu, mit ihren Lehrern kurz mal ’rüber in den Zoo zu gehen und sich die Tiere anzugucken. Die Verantwortlichen der Einrichtungen haben nämlich jetzt den Vertrag für eine Bildungspartnerschaft unterschrieben.

Eine Verbindung zwischen der Gesamtschule und dem Zoo besteht seit den 1990er Jahren. „Wir wollen sie jetzt intensivieren“, sagt Zoo-Chef Wolfgang Dreßen. „Es soll nicht mehr nur um Biologie in der klassischen Zooschule gehen.“ Es gehe im Tierpark jetzt darum, den Umwelt-, Natur- und Artenschutz-Gedanken in die Bevölkerung zu bringen. Dreßen: „Früher stand die Erholung im Zoo für die Besucher an erster Stelle. Heute sind es Forschung, Bildung und der Schutz-Gedanke.“ Es sei faszinierend zu erfahren, wie es dem Schneeleoparden hier und im Himalaya gehe oder wie Schmetterlinge hier und in Costa Rica überleben. „Es ist ein Riesenspektrum. Gut, dass die Schulen einsteigen.“

Praktika öffnen den Blick auf die Berufsfelder

Die Pädagogen sehen ebenso die Möglichkeiten und Chancen der neuen Partnerschaft. Schulleiterin Kathrin Rengers: „Regelmäßige Besuche der ,AG Zoo‘, der Jahrgangsstufe fünf und der ,AG Naturwissenschaften‘ der Jahrgangsstufen sechs und sieben in den naturwissenschaftlichen Fächern und projektbezogene Besuche von Mittel- und Oberstufe sind die wichtigsten Säulen der Partnerschaft.“ Nicht zuletzt bietet der Zoo Praktikumsplätze und öffnet den Blick auf dort angesiedelte Berufsfelder. Rengers freut sich, dass über den Förderverein eine Schul-Jahreskarte finanziert wird, die den Schülern den kostenfreien Zutritt im Rahmen der schulischen Zoobesuche ermöglicht. „Dann kann auch der spontane Besuch im Zoo bei schönem Wetter stattfinden“, ergänzt Jan von der Heydt, der didaktische Leiter der Schule. „Wir werden das gesamte Kollegium begeistern, viele Projekte durchzuführen.“

Das gehe über biologische Themen hinaus, wissen Zoolehrerin Claudia Heiermann und Zoopädagogin Gaby Borg, zuständig für Zooschule und Forscherhaus. „Es kann auch Chemie- und Geografie-Unterricht und bei Tier-Beschreibungen auch das Fach Deutsch im Zoo stattfinden.“ 15 Lehrer nahmen an der Einführungsveranstaltung teil, in der die vielfältige Angebotspalette vorgestellt wurde. Heiermann und Borg sind gespannt darauf, die Kinder und jungen Leute bis zum Abi öfter zu sehen. „Sie betrachten den Besuch bei uns als faszinierenden Unterricht und nicht als einmaligen Ausflug.“ Dreßen sieht für die oberen Jahrgänge wichtige Themen: „Hier geht es um Respekt gegenüber den Tieren und den Wandel, wie sich die Ethik für die Menschenaffen, unseren nächsten Verwandten, entwickelt hat.“

Er findet es gut, dass die Kinder das gute Verhalten im Zoo lernen, das er bei einigen Schulklassen vermisst. Und wenn die Kinder dann am Wochenende mit Eltern und Großeltern in den Zoo kommen, um ihnen zu zeigen, was sie dort gelernt haben, und vielleicht eine Jahreskarte kaufen, dann findet der Zoodirektor das auch nicht schlecht.

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