10894779804_9999.jpg
Ein Kommentar von Yvonne Brandt.

Ein Kommentar von Yvonne Brandt.

kleinkommentar

Ein Kommentar von Yvonne Brandt.

Krefeld. Die Schulsozialarbeit ist die intensivste Form der Kooperation von Jugendhilfe und Schule. In einer Zeit, in der immer mehr Kinder in einem gesellschaftlichen Umfeld aufwachsen, das von Arbeitslosigkeit eines Elternteils, Scheidung, von Überschuldung, Armut und Gewalt geprägt ist, gerät der politische Anspruch von Bildungsgleichheit immer mehr zur Farce. Viele Kinder bleiben deshalb hinter ihren schulischen Möglichkeiten zurück. Die Lehrer können die Leistungs- und Erziehungsziele längst nicht mehr alleine gewährleisten.

Sie brauchen Unterstützung in den Bereichen Prävention und Intervention. Sie brauchen Partner, die Kinder motivieren, unterstützen und fördern in ihrer Entwicklung. Die Schulsozialarbeit ist längst Teil der Jugendsozialarbeit nach dem Sozialgesetzbuch II. Doch erst mit dem Bildungs- und Teilhabepaket konnte in den vergangenen zwei Jahren diese Hilfe in Deutschland ausgebaut werden. In Krefeld wurden damit 23 befristete Stellen eingerichtet. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Erstmals können somit Sozialarbeiter auch im Grundschulbereich eingesetzt werden. Diese Notwendigkeit sieht die Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit NRW schon länger. Sie fordert, dass Schulsozialarbeiter in der Primarstufe ebenso wie in allen weiterführenden Schulformen fest installiert werden – ohne Anrechnung auf das Lehrkräftedeputat. Eine Förderung ab dem fünften Schuljahr komme für viele Kinder zu spät. Bis Mai 2016 sind die zusätzlichen 23 Stellen in Krefeld gesichert. Und dann?

Das Land hat schon signalisiert, dass es kein weiteres Geld für die Finanzierung der Schulsozialarbeit zur Verfügung stellt – und das, obwohl mit der Einführung der Inklusion weitere neue Stellen dringend nötig wären. Dafür zu kämpfen, ist jetzt Aufgabe der Krefelder Landtags- und Bundestagsabgeordneten.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer