Bildung: Die Lage ist in Krefeld nicht so schlimm wie das Land sie gemalt hat. Die Stadt sieht dennoch Handlungsbedarf.

Scheitern inbegriffen: Viele Schüler schaffen ihren Abschluss nicht.
Scheitern inbegriffen: Viele Schüler schaffen ihren Abschluss nicht.

Scheitern inbegriffen: Viele Schüler schaffen ihren Abschluss nicht.

dpa

Scheitern inbegriffen: Viele Schüler schaffen ihren Abschluss nicht.

Krefeld. Manchmal lügen Statistiken eben doch. Laut Land verlassen in Krefeld besonders viele junge Leute die Hauptschule ohne Abschluss. Eine Statistik aus dem Jahr 2008 bescheinigt der Stadt den zweitschlechtesten Wert in ganz NRW. Doch im Schulausschuss am Dienstag widersprach Schulrat Detlev Stein dieser Erhebung: "Wir gleichen die Zahlen mit den einzelnen Lehranstalten ab. Dabei haben sich schon jetzt Verschiebungen zugunsten der Schulen ergeben."

Die Fehler könnte bei der Übertragung passiert sein oder in der Datenerfassung liegen, so Stein weiter. "Doch selbst wenn sich die Zahl von 11,3 Prozent Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss halbieren würde, gebe es Handlungsbedarf."

Die Bündnis-Grünen hatten aufgrund des WZ-Artikels zum Thema einen Antrag in den Ausschuss eingebracht. "Wir möchten wissen, wie viele Schüler an welchen Schulen im vergangenen Jahr keinen Hauptschulabschluss erzielt haben, wie viele dieser Schüler aus Migrantenfamilien stammen und welche Maßnahmen geplant beziehungsweise umgesetzt sind, damit mehr Schüler diesen Abschluss erreichen", erläutert Barbara Behr.

Trotz der Rechenfehler in der Statistik: Das Problem ist da

Für Behr steht fest: "Wir müssen Motivationsarbeit leisten, um aus dieser Statistik herauszukommen. So viele Schüler ohne Abschluss können wir uns nicht leisten. Selbst wenn es Rechenfehler gibt - das Problem ist da."

Rainer Hendrichs, Leiter des Fachbereichs Schule, möchte seriöse Vergleiche mit anderen Großstädten ziehen. Er betonte, dass auch die Volkshochschule zu den Abschlüssen führe. Die Krefelder Abendrealschule sei die stärkste in NRW. "45 junge Leute haben den Abschluss beim letzten Mal nachgeholt."

Allgemeine Zustimmung erfährt Jutta Pilat (FDP): "Wir reparieren mit viel Geld. Es wäre besser, es vorher in die Systeme zu stecken." Sie bedauert, dass der Sozialindex nicht öffentlich gemacht werden darf - jene zusätzlichen Lehrerstellen, mit denen Grundschule besondere Fördermöglichkeiten erhalten. Der Index beinhaltet vier soziodemografische Merkmale wie Arbeitslosen-, Sozialhilfe- und Migrantenquote sowie der Anteil von Einfamilienhäusern. "Es sind doch unsere Schulen und Schüler, für die wir Verantwortung tragen", erklärt die liberale Politikerin.

Die Verwaltung hatte diesmal noch keine Antworten auf die Fragen der Bündnis-Grünen parat. Sie sollen bei der nächsten Sitzung ebenso vorliegen wie die genauen Daten für die einzelnen Schulen. "Es ist ein ernstes und komplexes Thema", sagt Schulrat Stein. Die Ansicht teilt die Ausschussvorsitzende Petra Schneppe: "Das Thema wird uns noch länger beschäftigen."

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