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Für das Stadtbad ist es allerhöchste Zeit. Der Zahn der Zeit nagt schon so lange an dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex, dass es für eine Rettung der Bausubstanz fast schon zu spät ist. Doch statt sich einhellig darüber zu freuen, dass es dafür noch kreative Vorschläge und einen soliden Investor gibt, fängt trotz Mehrheitsbeschluss im Rat schon wieder das Gezerre um das richtige Nutzungskonzept an.

Schwimmen in seiner herkömmlichen Art wird es in dem Stadtbad – ohne hohe Zuschüsse der Stadt – nicht mehr geben. Selbst die abgespeckte Version mit Wellness, Reha und Gesundheit kommt aber laut Aussagen von Lucas, Schwittmann und Elfes nicht ohne städtische Unterstützung aus. Das war dem Büro Schwittmann auch schon 2006 klar, als es sich das erste Mal für das Projekt Neusser Straße beworben hatte. Damals sahen die Pläne eine Einkaufsfläche mit 9000 Quadratmetern vor.

Jochem Bellinger hat mit Vadullah Basaran einen solventen und weltmännischen Investor – und er hat viel Erfahrung bei der Modernisierung denkmalgeschützter Gebäude. Beide haben nun Zeit, ihre Idee vom Europa-Basar zu konkretisieren. Wobei das Wort Basar bei einem Teil der Skeptiker wohl irreführende Assoziationen auslöst.

Eine (nicht repräsentive) Umfrage im Vorfeld der WZ-Serie „Krefeld 2020“ hatte Ende 2009 ergeben, dass 80 Prozent der Befragten sich für die Sanierung des Komplexes ausgesprochen haben – auch ohne Schwimmbad. Wichtig war ihnen der Erhalt historischer Bausubstanz.

24 Millionen will der deutsch-türkische Geschäftsmann in die Neusser Straße investieren – und damit auch dort ansässige Landsleute motivieren, es ihm im kleineren Rahmen gleich zu tun. Eine Riesenchance für das Quartier. Nun liegt es an der Stadt, das Konzept städtebaulich zu unterstützen.

3000 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen schließlich an einer Stelle entstehen, die das gerade vorgelegte Einzelhandelsgutachten als ungünstige Lage für den Handel ansieht, trotz des Publikumsmagneten Saturn und des Hansa-Centrums.

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