Mit dem Tauwetter kommt das ganze Ausmaß ans Licht. Stadt rechnet mit bis zu 20-fach höheren Kosten.

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Tife Krater wie dieser am Hohen Dyk bestimmen derzeit das Straßenbild in Krefeld. Täglich kommen neue Schadensmeldungen.

Tife Krater wie dieser am Hohen Dyk bestimmen derzeit das Straßenbild in Krefeld. Täglich kommen neue Schadensmeldungen.

Andreas Bischof

Tife Krater wie dieser am Hohen Dyk bestimmen derzeit das Straßenbild in Krefeld. Täglich kommen neue Schadensmeldungen.

Krefeld. Das ganze Ausmaß ist zwar noch längst nicht zu überblicken, doch schon die Zwischenbilanz fällt verheerend aus. Wer derzeit mit dem Auto unterwegs ist, stellt fest: So schlecht wie in diesen Tagen war der Zustand der Krefelder Straßen seit langem nicht. Zwar hatten Fachleute wegen des bisher strengen Winters bereits mit dem Schlimmsten gerechnet, sobald es taut. Nachdem der Frost den Boden noch wie Kitt zusammengehalten hat, zerbröselt bei den gestiegenen Temperaturen jetzt alles zusehends.

"Wir können noch keine verlässlichen Zahlen nennen", sagt Stadtsprecher Michael Streubel. Immerhin sei der Winter ja noch lange nicht zu Ende. "Derzeit sind unsere Wegebegeher unterwegs, um die rund 880 Kilometer Straßennetz zu inspizieren." Und die kommen täglich mit neuen Schadensmeldungen. Frühestens Anfang März könne er mehr sagen. Und verrät aber zumindest so viel: "Der Schaden wird um ein Vielfaches höher sein als in durchschnittlichen niederrheinischen Wintern. Wir rechnen mit dem zehn- bis 20-fachen an Kosten." Fast keine Straße sei verschont geblieben.

Auch die Gehwege weisen massive Schäden auf

Immerhin sind nicht nur die Straßen mit Schlaglöchern übersät. Auch die Gehwege werden durch wackelnde Platten zunehmend zu Stolperfallen. "Diese massiven Schäden auch auf den Gehwegen wie in diesem Jahr erleben wir nur selten", sagt Streubel. Gibt aber zugleich Entwarnung. "Dort ist die Lage nicht ganz so dramatisch. Wie uns die Fachleute vom Tiefbauamt sagen, setzen sich die Gehwegplatten teilweise von selbst wieder." Der Rest müssen dann eben mit der Ramme bearbeitet werden.

Ganz so einfach wird es mit den Schlaglöchern im Straßenasphalt nicht werden. Die finanzielle Lage lasse eigentlich nur ein Stopfen zu. "Aber sobald Lkw und Busse drüber fahren, hält diese Lösung ein bis zwei Jahre, wenn überhaupt." Der Fachbereich Tiefbau erstellt momentan ein "Straßenzustandskataster", in dem die Anzahl und die Qualität der Schäden dokumentiert werden. Je nach Dringlichkeit wird dann darüber entschieden werden müssen, ob die Asphaltdecke gestopft wird oder ob die Straße grunderneuert werden muss. Streubel: "Das wird dann natürlich noch teurer."

Für die SPD gibt es dazu keine Alternative: "Die Verwaltung muss eine klare Prioritätenliste für eine Grundinstandsetzung aufstellen und die muss dann abgearbeitet werden, satt immer wieder zu flicken", sagt Fraktionsvorsitzender Ulrich Hahnen.

Oberbürgermeister Gregor Kathstede hingegen betont, dass man sich angesichts der Haushaltslage entscheiden muss, ob man Schulen oder Straßen sanieren will.

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