Für neue Ideen ist der Zeitpunkt ungünstig. In einer Atmosphäre, in der es aufgrund der schlechten Haushaltslage eher darum geht, wem wann was weggenommen wird, herrscht bei zusätzlichen Impulsen Zurückhaltung oder gleich ein selbst auferlegtes Denkverbot.

Wagen wir es trotzdem: Die Schul- und Kindergartenprojekte der Musikschule sind unerhört erfolgreich. Sie haben binnen nur zwei Jahren gezeigt, was für ein Potenzial darin schlummert. Kinder, die sonst nie ein Instrument in die Hand genommen hätten, entdecken eine Leidenschaft für die Musik, in Einzelfällen sogar ihre Berufung. Einmal auf den Geschmack gekommen, wollen sie nur eins: weitermachen.

Die vielversprechenden Anfänge nun zu ersticken, ohne über den Verlust zumindest nachzudenken, wäre eine Schande. Es geht bei Emu, Muke und Co. weder darum, gemeinsam ein bisschen herum zu klimpern noch die Preisträger von morgen heranzuziehen. Die Projekte sind echte Basisarbeit, professioneller Unterricht mit hohem Spaßfaktor. Sie bringen die Musik - mit allen positiven Begleiterscheinungen - auch zu jenen Kindern, deren Eltern nie auf die Idee kämen, ihren Nachwuchs an der Musikschule anzumelden. Dass sie diese Form sinnvoller Freizeitbeschäftigung dann doch entdecken, verleiht den Projekten eine soziale Funktion.

Hier wird deutlich, wie falsch das Schubladendenken ist, das gerade in Zeiten knapper Kassen um sich greift. Kultur ist nie nur Kultur, sie wirkt in viele andere Bereiche hinein, vor allem in die Bildung und das soziale Miteinander der Gesellschaft.

Falls der Sparzwang diese Argumente nichtig werden lässt, sollte die Politik sehr bald den Mut haben, das offen zu sagen. Dann wären die Projekte am eigenen Erfolg gescheitert. Im anderen Fall ist ein ebenso klares, baldiges Bekenntnis nötig: Dann braucht die Musikschule die personellen Ressourcen, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

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