Im Frühjahr soll das Gebäude an der Saumstraße eröffnet werden. Am Sonntag gab es Gelegenheit, sich schon mal vorab umzusehen.

Kinder haben den Boden des Südbahnhof-Tunnels mit Kreidebildern bemalt.
Kinder haben den Boden des Südbahnhof-Tunnels mit Kreidebildern bemalt.

Kinder haben den Boden des Südbahnhof-Tunnels mit Kreidebildern bemalt.

Dirk Jochmann

Kinder haben den Boden des Südbahnhof-Tunnels mit Kreidebildern bemalt.

Krefeld. Schon einmal waren große Hoffnungen mit der Sanierung des Südbahnhofs verbunden: 1995 übergab der damalige Oberbürgermeister Dieter Pützhofen den frisch renovierten Bau der Öffentlichkeit und in die Hände einer Künstlergruppe, der Interessengemeinschaft Südbahnhof, die die Geschicke des 1908 eröffneten Gebäudes lenken sollte.

Fotograf Peter Neumann hat den Umbau dokumentiert

Diese Gruppe scheiterte. Jetzt hat der Verein Werkhaus eine neuerliche Sanierung vorangetrieben und soll den Bau mit Leben füllen. Am Tag des Denkmals konnte man sich schon einmal umschauen. Peter Neumann, Werkhaus-Mitarbeiter und Fotograf, hat den Umbau von Mai 2009 an mit zahlreichen Fotos dokumentiert. 47 Aufnahmen unter dem Titel "AufBruch" zeigte er jetzt in den ehemaligen Ateliers und der großen Bahnhofshalle.

An die 60 Langzeitarbeitslose und Jugendliche ohne Ausbildungsplatz mussten teils schweres Gerät in die Hand nehmen, um dem Gebäude zu neuem Glanz zu verhelfen.

Ein Problem waren die feuchten Wände

Neumann berichtet, dass viele unfachmännische Einbauten entfernt wurden. Vor allem im ehemaligen Bereich des Spanischen Heimatvereins fanden sich Verkleidungen, die eine reguläre Belüftung verhinderten.

Da der Bahnhof komplett innerhalb des Bahndammes liegt, also von Erdreich umgeben ist, gab es in der Vergangenheit immer feuchte Wände. Besonders stark war die Feuchtigkeit stets im Tunnel, der den Bahndamm durchsticht. Durch den Einzug eines Gefälles im Boden konnte man die Situation entspannen.

Unter den Gleisanlagen der Deutschen Bahn verbindet ein Tunnel die Innenstadt mit dem Krefelder Süden. Er endet im Südbahnhof. Ziel der Aktion Tunnelblick war es, den Boden, der eine Gesamtfläche von rund 200 Quadratmetern hat, mit Bildern zu bemalen.

des offenen Denkmals "Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr" lautete das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals. Mit dabei waren zum Beispiel der Schluff, der Blaue Enzian, der Ringlokschuppen und der Landgasthof Hückels May, der einmal eine Zollstelle war.

Im Rahmen der Malaktion "Tunnelblick" konnten Kinder einen Quadratmeter große Kreidebilder auf dem Tunnelboden anbringen, und auch der Künstler Caco hat sich hier geäußert. "Ick kann bald keene Kunst mehr sehen", hat er auf den Boden geschrieben. Doch gerade die soll hier bald wieder vermehrt zum Zuge kommen. Im Frühjahr - so hofft Georg Dammer, Geschäftsführer des Werkhauses - wird der Südbahnhof ein weiteres Mal offiziell eröffnet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer