Krefelder Abgeordnete äußern sich zur Affäre Christian Wulff.

Christian Wulff und Ehefrau Bettina
Bundespräsident Christian Wulff und Ehefrau Bettina verlassen nach der Presseerklärung den Saal im Schloss Bellevue. Foto: Michael Kappeler

Bundespräsident Christian Wulff und Ehefrau Bettina verlassen nach der Presseerklärung den Saal im Schloss Bellevue. Foto: Michael Kappeler

dpa

Bundespräsident Christian Wulff und Ehefrau Bettina verlassen nach der Presseerklärung den Saal im Schloss Bellevue. Foto: Michael Kappeler

Krefeld. „Der Schritt war eigentlich überfällig.“ SDP-Bundestagsmitglied Bernd Scheelen steht gerade auf dem Balkon seiner Berliner Wohnung mit Blick auf Schloss Bellevue und antwortet auf die Anfrage der WZ zur Rücktrittserklärung des Bundespräsidenten: „Ich habe mich immer gefragt, warum er sich das so lange antut.“ Doch Christian Wulff habe eben Fehler gemacht, die er sich in der Politik nicht erlauben dürfe. Entsprechend kritisch sieht Scheelen den Wortlaut der Erklärung Wulffs am Freitag. „Das klang so ein bisschen nach ,ich bin das Opfer’. Es gab wenig Selbstkritik.“

Auch SPD-Bundestagsabgeordneter Siegmund Ehrmann hält den Rücktritt für „spätestens jetzt fällig, nachdem sich der Staatsanwalt angekündigt hat“. Die Erklärung Wulffs findet Ehrmann aber „okay“. Zurecht habe dieser auch auf Erfolge seiner Präsidialzeit verwiesen. „Er hat auch Akzente gesetzt.“

Spontan zollt CDU-Bundestagsmitglied Ansgar Heveling erst einmal seinen Respekt für die Rücktrittserklärung des Bundespräsidenten. „Nach der Entscheidung der Staatsanwaltschaft, seine Immunität aufheben und Ermittlungen aufnehmen zu wollen, ist dies ein konsequenter Schritt.“ Christian Wulff wäre es so nicht mehr möglich gewesen, seine Aufgaben angemessen wahrzunehmen. Angesprochen auf die Erklärung des Bundespräsidenten und die Vorwürfe gegen ihn, äußert er sich vorsichtig, doch: „Das sind Vorgänge, jenseits der rechtlichen Qualität gesehen, die man – falls sie so gewesen sind – einfach nicht macht.“ Doch das müsse ja nunmal zunächst geprüft werden. Wer Nachfolger werden kann, dazu will sich Heveling nicht äußern. Er unterstützt aber den Vorstoß der Bundeskanzlerin, diesmal auch auf SPD und Grüne bei der Entscheidungsfindung zuzugehen.

Von FDP-Bundestagsmitglied Otto Fricke war am Freitag keine Stellungnahme zu erhalten. Er steckte mitten in Gesprächen zur Griechenlandkrise. nic

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