„Geschlossene Scherbendecke“ auf der Sternstraße. Manöverkritik der Verantwortlichen.

Eine gutgelaunte Gruppe, mit 250 Köpfen die größte im Rosenmontagszug, stellte der CSV Marathon. Unangenehm wurde es für die Teilnehmer am Ende auf der Sternstraße: Hier dominierten Scherben und Randalierer.
Eine gutgelaunte Gruppe, mit 250 Köpfen die größte im Rosenmontagszug, stellte der CSV Marathon. Unangenehm wurde es für die Teilnehmer am Ende auf der Sternstraße: Hier dominierten Scherben und Randalierer.

Eine gutgelaunte Gruppe, mit 250 Köpfen die größte im Rosenmontagszug, stellte der CSV Marathon. Unangenehm wurde es für die Teilnehmer am Ende auf der Sternstraße: Hier dominierten Scherben und Randalierer.

Bischof

Eine gutgelaunte Gruppe, mit 250 Köpfen die größte im Rosenmontagszug, stellte der CSV Marathon. Unangenehm wurde es für die Teilnehmer am Ende auf der Sternstraße: Hier dominierten Scherben und Randalierer.

Krefeld. Die Probleme kamen am Schluss: Trotz Schnee und Matsch haben die 2500 Zugteilnehmer und die knapp 150.000 Besucher am Weg einen überwiegend fröhlichen Rosenmontagszug erlebt. Kurz vor seiner Auflösung blieb der "Zoch" auf der Sternstraße nicht nur in der Menschenmenge stecken, sondern geriet zudem in eine Horde alkoholisierter und gewaltbereiter jugendlicher Zuschauer. Die Einsätze der 174 den Zug begleitenden Polizeibeamten haben sich vor allem dort gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Über die niedrige Schwelle der vom Alkohol freigesetzten Gewaltbereitschaft waren alle Beteiligten, die sich am Dienstag zur kritischen Nachbetrachtung trafen, tief erschrocken. Dr. Ulrich Lenssen, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes: "Die Enthemmung durch scharfen Alkohol ist erschütternd."

Zugleiter Rolf Kox, der den Narren-Konvoi auf der Sternstraße über eine "geschlossene Scherbendecke" führen musste, will nächstes Jahr ein Glasverbot durchsetzen, wie es in Köln jetzt praktiziert wurde. Polizeidirektor Dagobert Allhorn empfiehlt eine Gittertrennung von Zug und Publikum auf der Sternstraße.

Im Vorfeld wollen sich alle Beteiligten von Polizei, Ordnungsbehörde, Sanitätsdiensten und Verkehrskadetten mit den Zugveranstaltern an einen Tisch setzen. Dazu will Rolf Kox auch die Zugvereine der Vororte hinzuziehen. Die Missstände waren vor allem in Verberg und Uerdingen ebenso deutlich wie in der Innenstadt.

Mit 530 Musikern, 46 Prunkwagen, 16 Fußgruppen und 320 "Rad-Engeln" und Helfern war der Rosenmontagszug über eine geänderte Route unterwegs, die sich bewährt hat. Das Auslassen der Hochstraße und der Weg über die Breite Straße habe dem Zug gut getan, meint Kox: "Gerade da, wie überhaupt in der Südstadt, herrschte richtig gute Stimmung."

Die Polizeibeamten stellten vielfach fest, dass Minderjährige mit älteren "Flaschenhaltern" unterwegs waren. Die ersten Festnahmen erfolgten aus einer Gruppe, die vom Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium aus in die Innenstadt unterwegs war.

Bernd Pache vom Roten Kreuz, das mit dem Malteser Hilfsdienst eine Rettungsstelle an der Industrie- und Handelskammer aufgebaut hatte, zählte 20 Patienten, darunter auch einen Infarkt und einen Sturz. Pache: "Die Eskalation setzte erst an der Sternstraße ein."

Norbert Axnick, städtischer Abteilungsleiter Jugendschutz, sieht die Ursachen für die Auswüchse in schwierigen familiären Verhältnissen und ist erschrocken über die seelische Kälte vieler junger Menschen. Um den Alkoholmissbrauch vorzubeugen, drängt er auf Testkäufe, die inzwischen rechtlich abgesichert sind.

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