Nach Eishallen-Gutachten hält die Stadtverwaltung Neubauten für insgesamt 22 Millionen Euro für sinnvoll.

Nach Eishallen-Gutachten hält die Stadtverwaltung Neubauten für insgesamt 22 Millionen Euro für sinnvoll.
Die Werner-Rittberger-Halle ist in die Jahre gekommen. Archiv

Die Werner-Rittberger-Halle ist in die Jahre gekommen. Archiv

Jochmann

Die Werner-Rittberger-Halle ist in die Jahre gekommen. Archiv

Krefeld. Die Werner-Rittberger-Halle und die Rheinlandhalle gehören seit Jahrzehnten zu festen Einrichtungen in der Krefelder Sportlandschaft – ein Stück Tradition und Geschichte an der Westparkstraße. Nun droht den alten Gemäuern jedoch der Abriss.

Die Verwaltung will im Sportausschuss am 8. Juni den Vorschlag machen, statt einer umfangreichen Sanierung der beiden Eishallen einen Neubau ins Auge zu fassen. Grund ist ein Gutachten des Velberter Büros Krieger. Die Experten schreiben in ihrem Bericht, den Sportdezernent Thomas Visser und Matthias Pasch vom Fachbereich Sport und Bäder gestern im Rathaus vorstellten, von einem „erheblichen Modernisierungsbedarf“.

Die Liste der Mängel ist lang: In der 1963 erbauten Rittberger-Halle hat die defekte Kühlanlage, die beide nebeneinanderliegenden Eishallen versorgt, schon vor anderthalb Jahren dafür gesorgt, dass die Halle geschlossen werden musste. Lecks, aus denen das gesundheitsschädliche Ammoniak austreten könnte, sind möglich. In der Gebäudehülle finden sich weitere Mängel. Die Technik der Halle, wie Lüftung, Elektronik und Kältemaschine, bedürften einer kompletten Erneuerung, hieß es.

Ein Umbau würde 15,7 Millionen Euro kosten

In der Rheinlandhalle ein ähnliches Bild. Die Gutachter sehen dort die Notwendigkeit einer Kernsanierung. Kabinenräume, Sanitärbereich, Katakomben – alles sei nicht mehr zeitgemäß. Mängel gebe es auch in Fassaden und Dach des Stahlbeton-Bauwerks.

Die Summe der Umbaukosten, um die Sportstätten auf den aktuellen Stand zu bringen, beziffert Krieger für beide Gebäude auf etwa 15,7 Millionen Euro – 9,1 Millionen allein für die Rheinlandhalle. „Das haben wir so nicht erwartet“, sagt Pasch. Sportdezernent Visser sieht „keinen Sinn darin, so viel Geld in einen 60 Jahre alten Gebäudekomplex zu stecken. Wir plädieren dafür, nicht zu investieren und sprechen eher über einen Neubau“.

Geschätzte Kosten: bis zu 22 Millionen Euro. Viel Geld für eine Stadt, die bis 2020 einen ausgeglichen Haushalt präsentieren muss. Visser denkt bei der Finanzierung daher an eine öffentlich-private Partnerschaft. Beispiel: die neue Hauptfeuerwache.

Visser: „Ziel ist es neben dem König-Palast zwei weitere Eisflächen zu bieten. Das gibt der Bedarf her. Wir wollen den Eissport aufrecht erhalten. Er ist eine der bedeutenden Kenngrößen dieser Stadt.“ Pasch fügt an: „Wir wollen keine Flickschusterei mehr betreiben.“ Die Rheinlandhalle soll bis zur Fertigstellung der neuen Halle geöffnet bleiben, um den Engpass für die ohnehin schon leidgeplagten Eissportler nicht zu vergrößern. Wo die Halle entstehen soll, ist jedoch noch unklar.

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