Die Entscheidung, den Hülser Ortskern besser an das öffentliche Verkehrsnetz anzubinden, steht auf der Kippe. Anwohner diskutierten.

Anstelle des Ringbusses der Linie 044 wird vielleicht bald die verlängerte Straßenbahntrasse durch den Hülser Ortskern führen.
Anstelle des Ringbusses der Linie 044 wird vielleicht bald die verlängerte Straßenbahntrasse durch den Hülser Ortskern führen.

Anstelle des Ringbusses der Linie 044 wird vielleicht bald die verlängerte Straßenbahntrasse durch den Hülser Ortskern führen.

Andreas Bischof

Anstelle des Ringbusses der Linie 044 wird vielleicht bald die verlängerte Straßenbahntrasse durch den Hülser Ortskern führen.

Krefeld. Die kleine Ringlösung für Hüls wird am 16. Dezember wieder Thema in der Bezirksvertretung sein. Schon lange ist im Gespräch, den Ortskern durch die Verlängerung der Straßenbahnlinie 044 besser anzubinden. Während die CDU sich nun nicht mehr sicher ist, rückte die SPD von dem Vorhaben ab.

Grund sind zahlreiche Äußerungen der Anwohner gegen die Straßenbahn durch den Ort. Die Entscheidung könnte im Januar fallen. Viele gehen von einer zweigleisigen Trasse aus und haben erhebliche Bedenken in Hinblick auf die viel zu engen Straßen.

Laut der Umfrage auf WZ-Newsline können rund 60 Prozent das Aus für die Ringlösung nicht nachvollziehen und sind der Meinung, dass der Stadtteil profitieren würde. Nur 40 Prozent sehen eine zu hohe Belastung für die Anwohner. Martin Reyer, Mitglied der Bezirksvertretung, stellt am WZ-Bus klar: "Die kleine Ringlösung sieht eine eingleisige Trasse vor. Für zwei Gleise nebeneinander sind die Straßen in der Tat zu eng."

Die Idee, Hüls mit der Erweiterung der Straßenbahnlinie 044 besser anzubinden, kam nicht von ungefähr. "Die Stimmen, die jetzt laut werden, sind die, die gegen die Straßenbahn im Ortskern sind", sagt Reyer. "Die wehren sich, die Befürworter haben ja keinen Grund, laut zu werden."

Alfred Winkes wandte sich in einem Leserbrief an die WZ. Er sieht einen Machtkampf der Parteien untereinander. "Der runde Tisch hat in über vierzig Jahren nichts gebracht", schreibt Winkes. "Ein Beenden des Planungsverfahrens bedeutet das Aus für den ÖPNV in Hüls." Willi Küsters lebt seit 45 Jahren in Hüls. "Die Ringlösung wäre ein Wahnsinn, die Straßen sind hier viel zu schmal, die Autos stauen sich ja so schon", sagt er. Zu eng findet Winkes die Straßen für die Bahn nicht, denn die sind "im Vergleich zum Linienbus neuester Bauart 25 Zentimeter schmaler".

Heinz Fuhs wirft ein: "Der Ringbus 44 kommt ja nichtmal rum, wie soll das gehen, dass die Straßenbahn dazu kommt?" Es werde seiner Meinung nach ein Abfahrtsproblem geben, wenn sie dazukäme. Fuhs war einige jahre Vorsitzender des Bürgervereins und meint, " nur persönliche Interessen werden durchgesetzt".

Kein Wunder, dass es sich staut. "Wenn die Haltestelle zu weit weg ist, fahren die Leute lieber gleich mit dem Auto", sagt Reyer. Das Hin und Her kann Willi Küsters jedenfalls nicht nachvollziehen. "Das zieht sich alles in die Länge. Den Herren der Bezirksvertretung sollte man zum Nikolaus Schlafmützen schenken." Dass man von der definitiven Durchsetzung der Ringlösung abgerückt war und damit auf Anwohnerproteste Rücksicht nahm, zeigt ihm, dass man sich mit Hinblick auf die Landtagswahl wieder beliebt machen wolle.

"Das ist Schwachsinn", findet auch Rosemarie Sander. "Die reißen dann alles wieder raus, was sie vor Jahren auf der Krefelder Straße verlegt haben." Sie sieht anstelle des Mehrwertes in einer Straßenbahn für Hüls vielmehr die anfallenden Kosten. "Wenn ich als Hausfrau so wirtschaften würde, wo kämen wir denn da hin?" Anstelle einer Straßenbahn schlägt sie vor, mehr Busse durch den Ort zu schicken, wenn es sein müsse. "Die Straßenbahnhaltestelle ist doch gar nicht so weit weg."

Noch mehr Busse in Hüls kann sich Martin Reyer nicht vorstellen. Dafür findet er wiederum die Straßen zu eng. Er wünscht sich persönlich eine Straßenbahnlinie mit einem Takt von siebeneinhalb Minuten anstelle der Busse. "Die Bahn würde eingleisig die Runde fahren. Am Bahnhof wären zwei Gleise. Die nächste Bahn würde bereit stehen und losfahren sobald die erste wieder kommt." Bei Verabschiedung des Projekts, würde die Umsetzung wohl um die fünf Jahre in Anspruch nehmen, so Reyer.

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