Plastikschuhe, Plastikflaschen, Plastiktüten: An das Krefelder Rheinufer sind durch die hohen Pegelstände viele Gegenstände angespült worden.

Plastikschuhe, Plastikflaschen, Plastiktüten: An das Krefelder Rheinufer sind durch die hohen Pegelstände viele Gegenstände angespült worden.
Hier und da liegen Berge von Plastikmüll am Ufer. Besonders für Vögel und Fische ist dieser Müll gefährlich.

Hier und da liegen Berge von Plastikmüll am Ufer. Besonders für Vögel und Fische ist dieser Müll gefährlich.

Spaziergängern bietet das Rheinufer momentan keinen schönen Anblick.

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Hier und da liegen Berge von Plastikmüll am Ufer. Besonders für Vögel und Fische ist dieser Müll gefährlich.

Alle reden von Plastikmüll-Mengen in Meeren und Flüssen, deren Zersetzung 350 bis 400 Jahre dauern kann. Wer diese ungeheuerliche Belastung für Tier und Mensch nicht glaubt, sollte dieser Tage einen Ausflug ans Uerdinger Rheinufer machen. Auf knapp fünf Metern liegen 31 Plastikflaschen neben Spraydosen, Styropor, einer silbernen Weihnachtskugel und ganz viel Treibholz.

Der Rhein hat sich bereits sichtbar zurückgezogen. Er reicht nicht mehr bis zum Grün des Deiches hinauf, sondern fließt unter der Kante der Unteren Werft vorbei.

„Wir sind glimpflich davon gekommen. 2011 war es schlimmer.“

Peter Plarre, Hafenmeister

Dort schwappen die Wellen nur noch über den Rand, wenn ein Schiff vorbeikommt. Das Rheintor haben die Fluten nicht erreicht. Doch viel hat nicht mehr gefehlt. Der Spülsaum, der Uferbereich, an dem Material abgelagert, sprich: angespült wurde, zeigt, wie hoch das Wasser stand. Der mächtige Strom rauscht laut. Er führt eine ziemlich braune Brühe mit sich und besitzt weiterhin viel Fahrt. Sand hat er auch auf der asphaltierten Fläche zurückgelassen.

Vom Deich gucken die Leute immer noch interessiert herab, denn unten ist noch alles abgesperrt. Auch wenn sich die Lage sichtbar entspannt hat. Das Untere Werft wurde seit dem vergangenen Sonntag langsam überflutet. „Dazu muss der Pegel bei etwa 9,45 Metern liegen“, sagt Hafenmeister Peter Plarre. „Jetzt ist das Wasser doch wieder weg“, scherzt er und zeigt sich nach der jüngsten Hochwasserlage gelassen. „Wir sind glimpflich davon gekommen. 2011 war es schlimmer“, findet er. Jetzt sind Gespräche mit der Stadtverwaltung fällig. „Wir müssen abklären, wann wir das Untere Werft wieder öffnen können. Dann muss die GSAK anrücken, um die große Menge des Treibgutes zu beseitigen.“

Auch Baumstämme sind aus dem Rhein gezogen worden

Viel sei von den Mitarbeitern des zuständigen Wasserschifffahrtsamtes in Duisburg vorab herausgefischt worden, berichtet der Hafenmeister weiter. Dazu gehörten vor allem dicke Baumstämme, die die am Rand liegenden Schiffe beschädigen können. „Sie sorgen für Sicherheit.“ Trotzdem ist in Uerdingen viel angeschwemmt worden. Grünschnitt von Böschungen, Baumstämme oder lange Äste. Einer von etwa fünf Metern Länge liegt vor dem Rheintor, ein anderer wenige Meter weiter. Auf dem Gras des Deiches, zwischen dem Treibholz, findet der Betrachter einen Schnuller, einen pinkfarbenen Kinder-Croc, einen zerquetschten Hokkaido, Deo-Roller, Kupfer-Reiniger und eine Frituurvet-Flasche aus den Niederlanden.

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