Josef Dadon aus Krefeld liefert seine Kreationen sogar nach New York. Beim Renntag zeigt er seine Kunst im Stadtwald.

Josef Dadon aus Krefeld liefert seine Kreationen sogar nach New York. Beim Renntag zeigt er seine Kunst im Stadtwald.
Josef Dadon versteht sein Handwerk und hat Humor. Hier mit der 13-jährigen Isabel.

Josef Dadon versteht sein Handwerk und hat Humor. Hier mit der 13-jährigen Isabel.

Andreas Bischof

Josef Dadon versteht sein Handwerk und hat Humor. Hier mit der 13-jährigen Isabel.

Krefeld. Das Bügeleisen glüht, die Nähmaschine rattert und Schere und Stecknadeln liegen parat. Josef Dadon hat in seiner rollenden Werkstatt alles zur Hand, um die schönsten Hut-Kreationen zu schaffen. Er steht beim Renntag im Stadtwald und alle interessierten Besucher dürfen ihm bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Mit der 13-jährigen Isabell wächst eine begeisterte Hutträgerin heran. Zwei Modelle hat sie schon, die sie gerne im Sommer trägt. „Hier gibt es schöne Hüte“, findet das Mädchen und Dadon setzt ihm ein tolles Teil auf den Kopf. „Ich denke, sie stehen mir. Ich trage aber lieber Damenhüte, die wie Herrenhüte aussehen.“

Prominenteste Kundin des Hutmachers ist jedoch eindeutig die amerikanische Schauspielerin Whoopi Goldberg. Das beweist ein großes Foto der beiden, das in der rollenden Werkstatt hängt. „Für die Premiere des Musicals ,Sister Act‘ in Hamburg habe ich ihr einen Hut gefertigt. Er hat so gut gefallen, nun besitzt sie 19 von mir. Ich liefere also auch nach New York“, sagt der Handwerker und lacht. „Sie mag gern große Hüte.“

Hüte sind nicht nur Kopfbedeckung, sondern auch Ausdruck des Lebensgefühls. „Jeder kann tragen, was ihm gefällt“, findet Dadon. „Nach Wunsch fertige ich jede Form. Manchmal stehe ich mitten in der Nacht auf, weil mir eine tolle Idee eingefallen ist.“

Kunden kommen mit WZ-Artikel in der Hand

Als Beispiel deutet er auf ein großes, elegantes schwarz-weißes Kunststück aus Sisal oder eine kleine Blütengarnitur auf dem Haarreifen. Diese Minimalversion des Hutes heißt Fascinator.

osef Dadon (57) ist in Israel geboren und hat dort als Bauunternehmer gearbeitet. Als er 1991 nach Deutschland kam, suchte er ein neues Betätigungsfeld. Seine Mutter war Schneidermeisterin und er sagt von sich, dass er neben der Nähmaschine groß geworden ist. Es entstand die Idee, Hüte zu entwerfen. In seinem Atelier besitzt er alleine 800 verschiedene Formen.

Gerade ist er von der Buchen- an die Forstwaldstraße 357 umgezogen.

Dann kommt Waldtraut Bollmann und hat den WZ-Artikel in der Hand, in dem Dadons Anwesenheit beim Renntag beschrieben wird. „Ich bin eigens hergekommen“, berichtet sie und öffnet ihre Papiertüte. Darin ist der Hut ihres Mannes, der ein neues Band braucht. Diese Reparatur ist für den Hutmacher nur eine Kleinigkeit.

Dann geht es für Dadon weiter mit Nadel und Faden und an der 150 Jahre alten Naumann-Nähmaschine. Ein lachsroter Hut entsteht aus einer Meterware Sisal, dem Stoff aus dem die Hutträume sind.

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