Der Regionalexpress 7, der Krefeld mit Köln verbindet, bringt viele Bahnfahrer um den Verstand. Denn er kommt meist zu spät.

Der Regionalexpress 7, der Krefeld mit Köln verbindet, bringt viele Bahnfahrer um den Verstand. Denn er kommt meist zu spät.
Problemverbindung: Wer mit der RE7 nach Köln fährt, braucht starke Nerven. Archiv: Andreas Bischof

Problemverbindung: Wer mit der RE7 nach Köln fährt, braucht starke Nerven. Archiv: Andreas Bischof

Problemverbindung: Wer mit der RE7 nach Köln fährt, braucht starke Nerven. Archiv: Andreas Bischof

Krefeld. Es ist für viele Pendler ein leidiges Dauerthema: die Probleme mit dem RE7, der Krefeld mit der Metropole Köln verbindet. Umso hellhöriger werden Betroffene vom Niederrhein, wenn in Sachen Unregelmäßigkeiten und Verspätungen Lösungsmöglichkeiten am Horizont auftauchen – und seien diese noch so vage. Genau das ist jetzt der Fall.

Nach Informationen der Westdeutschen Zeitung enthält die kürzlich abgesegnete, aber noch nicht veröffentlichte Fortschreibung des VRR-Nahverkehrsplans zumindest die Prüfungsabsicht für eine „dritte Leistung“ zwischen Geldern und Krefeld mit Verlängerung nach Neuss. Mit dem Ziel, eine zweite stündliche Verbindung zwischen Krefeld und Köln zu schaffen.

Verbindung sogar bis zum Köln-Bonner Flughafen

Nachfrage beim Fahrgastverband Pro Bahn, der am Plan beteiligt war. NRW-Sprecher Lothar Ebbers erklärt, dass man bei dieser Umsteige-Variante geschätzt sieben bis acht Minuten Zeit hätte, um in Neuss in den R6 zu steigen. „Und dieser fährt nicht nur bis Köln Hauptbahnhof, sondern sogar bis zum Köln-Bonner Flughafen“, nennt er einen Vorteil dieser Verbindung.

Allerdings: „Es ist lediglich ein formuliertes Planziel“, dämpft er allzu große Hoffnungen. Eine dauerhafte Einrichtung einer neuen Leistung erwartet er frühestens im Rahmen eines neuen Verkehrsvertrags. „Und der kommt erst im Jahre 2025.“

Doch der Pro-Bahn-Sprecher sieht zumindest ein Hintertürchen: Seiner Aussage nach könnte man vielleicht „in den Morgenspitzen“, also wenn die meisten Menschen unterwegs sind, ein bis zwei zusätzliche Verbindungen dieser Art pro Tag schaffen, um die Härten für die Passagiere etwas abzumildern.

Heikler Knotenpunkt im Neusser Norden

Doch der Bahnexperte macht deutlich, dass im Schienenverkehr alles mit allem zusammenhängt und Änderungen daher mit diversen Hürden versehen sind. „In den jetzigen Fahrplan würden zusätzliche Verbindungen nicht passen“, sagt Ebbers.

Als Beispiel für die Kniffligkeit des Problems nennt er einen heiklen Knotenpunkt im Neusser Norden. Und auch die Verspätungen des RE7 lassen sich mit dem großen Ganzen erklären: „Er kommt in Hamm nicht los, weil der Berliner ICE verspätet ist.

Und bei Wuppertal hängt ihm der IC aus Richtung Dortmund im Nacken.“ Was zu einer unplanmäßigen Überholung führe. Die Folge: Wartezeiten. „Es bleibt eine Problemverbindung“, betont Lothar Ebbers. Das gibt auch Dino Niemann zu, stellvertretender Pressesprecher des VRR. „Es ist eine sehr verspätungsanfällige Strecke.“

Doch man habe das als Verkehrsverbund Rhein-Ruhr auf dem Schirm. Zwar verzeichne man derzeit eine „leichte Verbesserung der Betriebsqualität“, aber es sei noch „viel Luft nach oben“.

Und was sagt der VRR zur Möglichkeit einer weiteren Verbindung Köln-Krefeld via Neuss? Im Nahverkehrsplan sei diese „sehr vage“ formuliert. „Ob sie tatsächlich kommt, kann noch niemand sagen.“

Eine eigenständige, also durchgehende weitere Linie zwischen der Samt- und Seidenstadt und der Domstadt hält sogar Pro Bahn für ausgeschlossen. „Das wäre wirtschaftlich nicht vertretbar“, betont NRW-Sprecher Lothar Ebbers.

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