Seit zwei Monaten machen die Nagetiere einer Uerdingerin das Leben schwer. Stadt sagt, es gebe keine Plage.

Seit zwei Monaten machen die Nagetiere einer Uerdingerin das Leben schwer. Stadt sagt, es gebe keine Plage.
In Christel Patorras Haus treiben Ratten ihr Unwesen – selbst mit diesen Boxen ist es ihr bisher nicht gelungen, der Plage Herr zu werden.

In Christel Patorras Haus treiben Ratten ihr Unwesen – selbst mit diesen Boxen ist es ihr bisher nicht gelungen, der Plage Herr zu werden.

Bischof

In Christel Patorras Haus treiben Ratten ihr Unwesen – selbst mit diesen Boxen ist es ihr bisher nicht gelungen, der Plage Herr zu werden.

Uerdingen. Seit zwei Monaten hat Christel Patorra keine ruhige Nacht mehr. Ratten in ihrem Dachgebälk, auf ihrem Balkon und im Innenhof ihres Hauses an der Patersgasse machen der Uerdingerin das Leben schwer.

Alles fing an mit raschelnden Geräuschen im Dach über ihrem Schlafzimmer, erzählt sie. „Ich dachte erst, das sind Mäuse, die da ’rumlaufen, und habe den Kammerjäger bestellt.“ Zweimal kam der, stellte Boxen auf und legte Giftköder aus – doch bis heute sei alles unangetastet. „Die Geräusche sind aber immer noch da“, sagt Christel Patorra.

Erst machten sie nur Geräusche, dann fraßen sie alle Plfanzen

Doch bei Geräuschen blieb es nicht. Als nächstes mussten die Blumen der Uerdingerin dran glauben. „Erst war der Asternbusch weggefressen, dann die Verbenen und Geranien“, ärgert sie sich. Kurz nachdem sie die leeren Kästen nachgepflanzt hatte, waren sie schon wieder weg – „die Viecher haben alle Kübelpflanzen aufgefressen“. Inzwischen ist sich Christel Patorra sicher: Es sind keine Mäuse, sondern Ratten, die in ihrem Haus und Garten ihr Unwesen treiben. Das bewiesen die Aufnahmen, die sie eines Nachts mit der Webcam gemacht habe, „darauf habe ich drei gesehen“. Ein weiterer Beweis: Nachdem sie daraufhin Giftköder auslegte, fand sie zwei tote Ratten auf ihrem Balkon. Vor einigen Tagen hatte Patorra dann auch eine gruselige Begegnung mit lebenden Tieren: Als es hinter dem Haufen mit Kaminholz in ihrem Innenhof verdächtig raschelte, räumte sie das Holz mit ihrem Sohn zur Seite: „Da kamen uns fünf Ratten entgegen gerannt, die sich jetzt noch irgendwo hier herumtreiben.“

Inzwischen ist die Uerdingerin regelrecht verzweifelt: „Das geht richtig auf die Psyche, ich ekele mich. Sobald ich im Schlafzimmer etwas rascheln höre, stehe ich senkrecht im Bett“, sagt sie. Auch Nachbarn klagten über ähnliche Probleme, auch an der Rhine Side Gallery seien schon Ratten gesichtet worden, erzählt Patorra. Sie vermutet, die Deichsanierung könne Grund für das „Rattenproblem“ sein. Damals seien Metallplatten in den Boden gerammt worden. „Vielleicht wurde dabei ein Rattenbau getroffen und zerstört und die Tiere so aus ihrem Lebensraum verdrängt.“ Sie wünscht sich von der Stadt, dass die etwas unternimmt, „und am Rhein Köder auslegt“.

„Das geht richtig auf die Psyche, ich ekele mich. Sobald ich im Schlafzimmer etwas rascheln höre, stehe ich senkrecht im Bett.“

Christel Patorra

Die Verwaltung sieht keinen Handlungsbedarf. Auf Anfrage der WZ und nach Rücksprache mit dem Uerdinger Kaufmannsbund und Stadtmarketing will sie keine Rattenplage bestätigen. „Es hat schon immer Ratten am Rheinufer gegeben. Einzelne Tiere wurden temporär auch auf dem Gelände der Rhine Side Gallery gesehen, vermutlich angezogen von Essensresten, die die Besucher dort zurückgelassen hatten“, sagt Stadtsprecherin Angelika Peters. „Es wurden deshalb ausreichend Abfalleimer aufgestellt und der Kaufmannsbund hat eine regelmäßige, mehrmals tägliche Reinigung des Geländes und Leerung der Müllgefäße organisiert. Dass der Aufbau der Schutzzäune eventuell Ratten aufgescheucht hat, kann ebenfalls nicht bestätigt werden. Die Tiere haben wohl in den leerstehen alten Lagenhallen im Umfeld reichlich Unterschlupfgelegenheiten.“

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