Im Helios-Klinikum mussten bislang sechs Patienten wegen der seltenen Krankheit behandelt werden.

wza_500x373_495131.jpg
Die so genannten "Schmuseratten" haben in Krefeld den Errger der Kuhpocken übertragen.

Die so genannten "Schmuseratten" haben in Krefeld den Errger der Kuhpocken übertragen.

Die so genannten "Schmuseratten" haben in Krefeld den Errger der Kuhpocken übertragen.

Siewert, Bild 1 von 2

Die so genannten "Schmuseratten" haben in Krefeld den Errger der Kuhpocken übertragen.

Krefeld. Die Region um Krefeld wird von einer seltenen Krankheit heimgesucht: In der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Band 19, S.329, 2009) berichten Krefelder Ärzte von der Infektion mit Kuhpocken.

Im Raum Krefeld habe es im vergangen Jahr mehrere Erkrankungen gegeben. Dabei seien die Kuhpocken in Europa im 20.Jahrhundert bisher erst in weniger als 200 Fällen registriert worden. Übertragen werden die Pocken nur noch selten durch Kühe.

Nach Angaben der Ärzte könnten infizierte Katzen, die sich wiederum bei Nagern angesteckt haben, die Krankheit übertragen. Die Krefelder Patienten erkrankten nach Kontakt mit weißen Farbratten, von Liebhabern auch "Schmuseratten" genannt.

Laut dem Bericht im Ärzteblatt sind im Krefelder Helios-Klinikum zwischen März und November 2008 sechs Patienten mit Kuhpocken behandelt worden. Alle hätten kurz zuvor eine weiße Ratte gekauft oder gestreichelt. Darunter ein 15-jähriges Mädchen aus Geldern und ein 17-Jähriger, der seine weiße Ratte in einer Krefelder Tierhandlung gekauft hatte.

Die Patienten klagten laut der Süddeutschen Zeitung über geschwollene Hautgeschwüre am Rumpf. Manche hatten auch Fieber oder Husten bekommen. Bei dem 17-Jährigen entwickelte sich eine schwere Augeninfektion.

Da kaum ein Arzt das Leiden kennt, wurden die Erkrankten in Krefeld zunächst mit Antibiotika behandelt, was gegen die Kuhpocken gar nicht hilft. Nach Angaben der Ärzte sind die Kuhpocken nicht lebensgefährlich und klingen nach sechs bis acht Wochen von alleine ab. 

Mittlerweile sind in Deutschland mehr als 20 Fälle von Kuhpocken bestätigt worden. Da allein der Großhändler, der die Zoohandlungen im Raum Krefeld beleiefert, von einem Züchter 1500 Ratten pro Woche bezieht, rechnen die Ärzte damit, dass sie seltene Erkrankung in Zukunft häufiger Auftritt.

"Derzeit ist kein Krefelder Bürger betroffen", sagt Dirk Senger, Sprecher der Stadt Krefeld. Die bislang im Helios-Klinikum behandelten Menschen seien alle nicht aus Krefeld. "Die Patienten kommen aus der Umgebung und sind nur zur Behandlung nach Krefeld gekommen."  

Die Kuhpocken sind Medizinhistorikern wohl besser bekannt als den Ärzten. Der englische Landarzt Edward Jenner übertrug dem achtjährigen James Phipps 1796 Kuhpocken aus den offenen Hautstellen einer infizierten Milchmagd. Er ritzte die eitrigen Sekrete in den Arm des Jungen, der daraufhin Fieber bekam und sich schlecht fühlte, aber schnell wieder gesund wurde. ia
 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer