Übereifrige Rechnungsprüfer, falsche Vorwürfe – im Rathaus hagelt es Kritik am Bericht der eigenen Innenrevision.

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Andreas Bischof

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Krefeld. Nach den neuen schweren Vorwürfen gegen den städtischen Finanz-Fachbereich, über die die WZ gestern exklusiv berichtete, hagelt es im Rathaus Kritik am Vorgehen der städtischen Rechnungsprüfer. Hinter vorgehaltener Hand wird von Übereifer, völlig überzogenem Handeln und sogar falschen Vorwürfen gesprochen. Dem Fachbereich wird vom städtischen Rechnungsprüfungsamt vorgeworfen, dass aus ihr treuhändisch verwalteten Stiftungen Gelder verschwunden und bei Wohnhäusern Mieten und Nebenkosten nicht kassiert worden sein sollen.

Der Untersuchungsbericht wird heute Thema in nicht-öffentlicher Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses im Rathaus sein. Dort werden die Politiker sicherlich auch darüber diskutieren, wie unterschiedlich die Vorwürfe zu den Stiftungen bewertet werden.

Amtsleiter setze sich mit Nachdruck zur Wehr

Denn während die Rechnungsprüfer detailliert Zahlen nennen und Berechnungen anstellen, wo mit Stiftungsvermögen oder auch einem Grundstück etwas schief gelaufen ist, wehren sich drei Amtsleiter massiv gegen die Ausführungen: Der Leiter des betroffenen Fachbereichs Zentraler Finanzservice und Liegenschaften, der Chef der Zentralen Finanzsteuerung und sogar die Leiterin des Rechtsamtes. Sie war bis vergangenes Jahr selbst noch Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes - zu diesem Zeitpunkt liefen bereits die internen Untersuchungen.

Untersuchungsbericht auf der einen, Gegendarstellung der Amtsleiter auf der anderen - das ist ungewöhnlich. Doch wahrscheinlich ist es die Auswirkung aus dem Finanzskandal, wo der Vorwurf der Manipulation an Prüfungsberichten laut geworden war. Im Ausschuss muss sich die Verwaltung heute endgültig positionieren. Und möglicherweise wird die Bezirksregierung als Stiftungsaufsicht noch klären, ob Krefelds Rechnungsprüfer wirklich nur übereifrig waren. bra

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