Das Radrennen „Retour le Tour“ bringt viele Fans in die Innenstadt. Während sich die Radsportanhänger über ihre Idole freuen, schieben einige Händler Frust. Die Verkehrssituation vor dem Rennen ist chaotisch.

Das Radrennen „Retour le Tour“ lockt die Besucher in die Innenstadt. Während die Radsportfans sich über ihre Idole freuen, schieben einige Händler Frust. Die Verkehrssituation vor dem Rennen ist chaotisch.
Im Eiltempo sausten die Radrennfahrer am Freitag durch die Krefelder Innenstadt.

Im Eiltempo sausten die Radrennfahrer am Freitag durch die Krefelder Innenstadt.

Dirk Jochmann

Im Eiltempo sausten die Radrennfahrer am Freitag durch die Krefelder Innenstadt.

Krefeld. Durch die enge Rechtskurve auf der Marktstraße, dann mit hoher Geschwindigkeit auf die Breite Straße Richtung Ziel. Immer wieder rasen die Radfahrer gestern seit dem späten Nachmittag auf diesem letzten Teilstück des Radrennens „Retour le Tour“ in der Krefelder Innenstadt den Zuschauern entgegen. Ob jung oder alt, ob Hobbyfahrer, Radsportstar oder Zuschauer – alle haben ihren Spaß auf der anspruchsvollen Strecke in der Krefelder Innenstadt.

Die City verwandelt sich bereits gegen 13 Uhr vor der Einkaufszone in eine Rennstrecke. 1,2 Kilometer lang ist der Kurs, den die Organisatoren Christian Kölker und Tobias Stümges sich für die insgesamt fünf Rennen an diesem Tag ausgesucht haben. 2000 Gitter verteilen die freiwilligen Helfer entlang der gesamten Strecke (Breite Straße, Rhein- und Lohstraße, Marktstraße). An acht Übergängen haben Fußgänger unter Aufsicht von Helfern die Möglichkeit über die Rennstrecke die Straßenseite zu wechseln. Viel Arbeit für die Männer und Frauen in den gelben Warnwesten. „Ach, wir haben das auch schon bei der Tour de France gemacht“, erklärt Stefanie Jacobi. Allerdings nicht in Krefeld.

Erik Zabel muss Autogramme schreiben und eröffnet das Rennen

Deutlich unentspannter zeigen sich andere Krefelder. Autofahrer sind genervt von gesperrten Straßen, einzelne Händel frustriert über die Ansetzung des Rennens. „Warum findet so ein Rennen bitteschön an einem verkaufsstarken Freitag statt“, ärgert sich Carsten Moors, Geschäftsführer des Modegeschäfts „Yeh“ an der Königstraße.

Keine 100 Meter weiter staut sich der Verkehr auf der Markstraße. Weil die Abfahrt über den Ostwall nur im Schneckentempo funktioniert, nutzen viele die Stephanstraße – trotz Einbahnstraßenregelung. Die Polizei sperrt den Bereich rund um die Petersstraße kurze Zeit später.

Andere Geschäftsinhaber haben mehr Sinn fürs Renngeschehen. So sind entlang der Markt- und Rheinstraße die Außenbereiche in den Restaurants gegen Abend gut gefüllt. „Wir haben hier beste Sicht auf die Strecke“, sagt eine Besucherin, als gerade die jüngsten Rennfahrer an ihr vorbeisausen. Wenige Kilometer später stehen die Sieger fest. Die Brüder Nevio und Alessandro Manca aus Oberhausen haben jeweils die ersten Plätze in ihren Altersklassen belegt. „Es hat richtig Spaß gemacht“, sagt Nevio. Zur Belohnung gibt es ein Eis von Papa Roberto.

Krefelds Radsportlegende Hennes Junkermann ist mit seinem Freund Fausto Santin aus Xanten an der Strecke, die beiden haben sichtlich Spaß am Radsporttreiben. Unter Junkermann gereift ist früher Ex–Profi Erik Zabel. Freitag ist er gekommen, um seinem Sohn Rick die Daumen zu drücken. Das hat offenbar geholfen. Rick Zabel gewinnt vor André Greipel und Philipp Mamos das Eliterennen.

Das Radrennen „Retour le Tour“ lockt die Besucher in die Innenstadt. Während die Radsportfans sich über ihre Idole freuen, schieben einige Händler Frust. Die Verkehrssituation vor dem Rennen ist chaotisch.

Die Tour-Stars Rick Zabel (l.) und André Greipel mit Krefelds Radsportlegende Hennes Junkermann am WZ-Stand.

Die Autogramme des Seniors Zabel sind noch genauso gefragt wie früher. Besucherin Monika Stierle sagt: „Ich habe ihm schon bei den SWK Classics die Startnummer aufgedrückt, jetzt freue ich mich, ihn hier wieder zu sehen.“

Sohn Rick schreibt derweil am WZ-Stand zusammen mit Sprintstar André Greipel ebenfalls fleißig Autogramme. Vorher gab es für beide noch eine letzte Stärkung. Bei Greipel: Steak. Bei Zabel: Döner.

Beide werden lautstark vom Publikum am Dionysiusplatz gefeiert, als sie vor dem Eliterennen auf der großen Bühne präsentiert werden. Wenige Augenblicke später eröffnet Ex-Profi Erik Zabel das Rennen. Links und rechts der Marktstraße drängen sich die Zuschauer, um einen Blick auf die Profis zu erhaschen. Das Event wirkt in diesem Moment wie ein Hauch Tour de France.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer