Ein unbekannter Rowdie holte das Krefelder Radidol bei Tönisberg aus dem Sattel.

Da konnte er noch lachen: Hennes Junkermann vor seiner Begegnung mit einem Schläger.
Da konnte er noch lachen: Hennes Junkermann vor seiner Begegnung mit einem Schläger.

Da konnte er noch lachen: Hennes Junkermann vor seiner Begegnung mit einem Schläger.

Andreas Bischof

Da konnte er noch lachen: Hennes Junkermann vor seiner Begegnung mit einem Schläger.

Niederrhein. Rad-Legende Hennes Junkermann ist übel verprügelt worden. Bereits am vorigen Samstag streckte ein Unbekannter den 75-Jährigen auf der Landstraße zwischen Schaephuysen und Tönisberg mit zwei Faustschlägen nieder. Als der achtfache Tour-de-France-Teilnehmer am Mittwoch nicht zum verabredeten Radler-Treff erschien, schlugen seine Kumpel Alarm.

"Ich kann mich vor Schmerzen kaum bewegen", klagte Junkermann am Freitag im WZ-Gespräch. Der Krefelder, gebürtig aus Unterweiden, muss täglich drei Schmerztabletten schlucken und wird ansonsten von seiner langjährigen Lebensgefährtin Annelie Zajec gepflegt.

"Der Doc hat mich gestern durchgecheckt: Zwei schwere Prellungen und eine angerissene Rippe, aber wohl keine inneren Verletzungen", sagte Junkermann.

Die Auseinandersetzung passierte kurz vor 14 Uhr auf dem Radstreifen der L 478. Junkermann, der immer noch locker 500 Kilometer in der Woche im Sattel unterwegs ist, strampelte auf seinem Rennrad in Sportkluft hinter einem Pärchen: Eine Frau mit Kind und einem Hund, davor fuhr ein kantiger Riese, dunkel gekleidet, dunkles kurzes Haar, zirka 40 Jahre alt.

Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung

Junkermann beobachtete, dass der Hüne sich bewusst breit machte und entgegenkommende Radler kaum vorbeiließ. Als er auch Junkermanns Klingeln ignorierte, den 75-Jährigen stattdessen auf den Grünstreifen abdrängte, platzte dem zweifachen Tour-de-Suisse-Sieger der Kragen: "Wat soll dat?" Ein Wort gab das andere. Als Junkermann sich schließlich mit "Nazischwein" beschimpft sah, drohte er dem Rowdie: "Ich zeig Sie an!"

Nun sah der Unbekannte rot, rannte Junkermann hinterher, rammte ihm die Faust mit voller Wucht von hinten in den Rücken. Als Junkermann sich benommen wieder aufraffte, bekam er den gleichen Schlag von vorne gegen die Brust. Die Frau versuchte derweil, den Schläger zu besänftigen.

Der schwer angeschlagene Junkermann suchte nun eiligst das Weite. Sein Handy hatte er dabei, vergaß aber in seinem üblen Zustand die Nummer der Polizei, rief die Wache erst von zu Hause an. Wegen dieses zeitlichen Verzugs konnten die Beamten den Schläger noch nicht stellen, die Ermittlungen wegen Körperverletzung laufen aber. Junkermann bleibt in Kontakt mit der Krefelder Wache an der Westparkstraße und behält sich vor, Anzeige zu erstatten.

Bis der zweimalige Europameister und 16-fache deutsche Meister wieder aufs Rad kann, dürfte es noch eine Weile dauern.

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