NS-Dokumentationsstelle: Leiterin der Villa Merländer und Förderverein gehen mit gutem Beispiel voran. Vier Stolpersteine glänzen wie neu.

NS-Dokumentationsstelle: Leiterin der Villa Merländer und Förderverein gehen mit gutem Beispiel voran.
Ingrid Schupetta, Sibylle Kühne-Franken und Barbara Behr haben die Gedenksteine an der Bogenstraße gesäubert.

Ingrid Schupetta, Sibylle Kühne-Franken und Barbara Behr haben die Gedenksteine an der Bogenstraße gesäubert.

Dirk Jochmann

Ingrid Schupetta, Sibylle Kühne-Franken und Barbara Behr haben die Gedenksteine an der Bogenstraße gesäubert.

Vier der in Krefeld verlegten 118 Stolpersteine glänzen wie neu. Es sind die an Erna, Alfred und Edgar Goldstein sowie Friedrich-Josef Wihl erinnernden Gedenksteine vor dem Haus Bogenstraße 73. Barbara Behr und Sibylle Kühne-Franken, Vorstandsmitglieder des Fördervereins Villa Merländer, sowie Ingrid Schupetta, Leiterin der NS-Dokumentationsstelle, haben mit Schwämmchen und Metall-Politur die Stolpersteine gesäubert. Damit eröffneten sie die Krefelder Aktion „Paten gesucht“.

Ein Handzettel beschreibt die Situation: „Es bleibt nicht aus, dass die Steine vom Leben der Straße gezeichnet sind. Einige sind so dunkel geworden, dass sie kaum noch zu sehen sind.“ Natürlich gibt es auch praktische Putztipps.

Schulen, Vereine, Parteien und Initiativen sowie Einzelpersonen können eingetragene Paten werden. Die Initiatorinnen beschreiben ihren Wunsch so: „Paten passen auf ,ihre’ Steine auf, melden Schäden und putzen sie einmal im Jahr. Wie schön wäre es, wenn zum 8. Mai, dem Tag der Niederlage Hitler-Deutschlands, alle Steine funkeln würden!“

Verlegung der Stolpersteine war zu Beginn umstritten

Im Jahre 2006 wurden die ersten Stolpersteine in Krefeld verlegt. Vorher gab es zum Teil heftige Diskussionen. Ein Grund für die ablehnende Haltung der jüdischen Gemeinde war eben die zu erwartende Verschmutzung. Man erinnert sich, dass die damalige Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, gerade dieses Argument immer wieder nannte. Über Edgar Goldstein war lange wenig bekannt. Über dessen Stein „stolperte“ vor einigen Wochen sein Sohn Larry Goldstein aus Amerika.

Er berichtete, dass sein Vater und seine Großmutter befreit wurden und danach in New York lebten.

Wer sich engagieren möchte, wird gebeten, die NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer, Friedrich-Ebert-Straße 42, zu kontaktieren, Telefon 503553, E-Mail Adresse: stolpersteine-krefeld@gmx.de; Öffnungszeiten: mittwochs 9-12 Uhr sowie jeden 4. Sonntag im Monat, 14-17 Uhr, und nach Vereinbarung.

Wird der Aktionsplan nicht verändert, wird der Künstler Gunter Demnig am 2. Februar 2018 in Krefeld erneut Erinnerungssteine verlegen, und zwar an der Friedrich-Ebert-, Hülser-, König-, Lewerentz- und Steinstraße sowie am Preußenring. Alle Krefelder Gymnasien haben bereits ihre Mitwirkung zugesagt, die Schüler wollen sich engagieren.

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