Ausstellung im Haus der Seidenkultur eröffnet am Sonntag – Stil und Leben verschiedener Epochen eingefangen

Ausstellung im Haus der Seidenkultur eröffnet am Sonntag – Stil und Leben verschiedener Epochen eingefangen
Sammlerin Erika Schönhoff vor einer Puppenstube aus der Gründerzeit (l.) – Zwei Gäste einer Milchbar der 1950er Jahre. Fotos (2): Andreas Bischof

Sammlerin Erika Schönhoff vor einer Puppenstube aus der Gründerzeit (l.) – Zwei Gäste einer Milchbar der 1950er Jahre. Fotos (2): Andreas Bischof

Sammlerin Erika Schönhoff vor einer Puppenstube aus der Gründerzeit (l.) – Zwei Gäste einer Milchbar der 1950er Jahre. Fotos (2): Andreas Bischof

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Sammlerin Erika Schönhoff vor einer Puppenstube aus der Gründerzeit (l.) – Zwei Gäste einer Milchbar der 1950er Jahre. Fotos (2): Andreas Bischof

Erika Schönhoff ist eine „verhinderte Künstlerin“. Zumindest behauptet die pensionierte Lehrerin das von sich selbst. Doch nun, mit 79 Jahren, hat das Warten ein Ende – und ihre beeindruckende Sammlung wird endlich der Öffentlichkeit präsentiert. Seit über 30 Jahren sammelt Schönhoff Puppen und Puppenhäuser, am Sonntag wird nun im Haus der Seidenkultur mit einer Vernissage ihre halbjährliche Ausstellung unter dem Titel „Zeitgeist im Puppenhaus – Von Rokoko bis Postmoderne“ eröffnet.

„Der Tastsinn weicht heute dem Touch-Sinn. Doch haptische Eindrücke spielen weiterhin eine wichtige Rolle.“

Erika Schönhoff über die Wichtigkeit analoger Spielzeuge in Zeiten des Smartphones

„Ich wusste am Anfang nicht, wie ich meinem Team eine Puppenhausausstellung verkaufen soll. Aber ich denke, das Ergebnis ist uns gut gelungen“, sagt Kuratorin Ulrike Denter. Und tatsächlich: Schönhoffs Puppenhäuser bilden Epochen wie Rokoko (etwa 1720 bis 1780), Biedermeier (1815 bis 1848) und Jugendstil (um 1900) über die 1930er und 1950er Jahre (Stichwort: Gelsenkirchener Barock) bis zur Flower-Power-Zeit auf beeindruckende Art und Weise ab.

Schönhoff achtet bei ihren Puppenhäusern darauf, möglichst die Originalmaterialien der jeweiligen Epochen für ihre Miniaturen zu verwenden. „So ein Kleid hat meine Mutter damals getragen“, sagt die gebürtige Duisburgerin, die seit 23 Jahren in Krefeld wohnt, während sie eine Puppe mit türkisem Kleid in der Hand hält. Für das Haus der Seidenkultur, das die Entwicklung von Textilien im Kontext der Geschichte abbilden möchte, natürlich ein Segen.

Bereits beim ersten Gang durch die Ausstellung fällt Schönhoffs Liebe zum Detail auf: Die Corpsstudenten aus der Kaiserzeit sind gezeichnet durch Schmisse in ihren winzigen Gesichtern, die Maggi-Flasche ziert das originale Etikett aus der Nachkriegszeit.

Schönhoff und Denter liegt aber nicht nur die Darstellung vergangener Zeiten am Herzen, sondern vor allem auch die Inspiration von Kindern und Jugendlichen. Daher steht ein leeres Puppenhaus bereit, das Kinder mit diversen Einrichtungsgegenständen selbst bespielen und bestücken können. „Der Tastsinn weicht heute oft dem Touch-Sinn“, sagte die dem Internet durchaus zugewandte Rentnerin, „doch haptische Eindrücke und Kreativität spielen noch immer wichtige Rollen in der Entwicklung“. Für den 13. Mai – Muttertag – findet daher ein Kinderaktionstag statt. Ein wichtiges Anliegen der Pädagogin und „verhinderten Künstlerin“ Schönhoff.

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