Muhammet A. vor dem Krefelder Landgericht.
Muhammet A. vor dem Krefelder Landgericht.

Muhammet A. vor dem Krefelder Landgericht.

Jochmann

Muhammet A. vor dem Krefelder Landgericht.

Krefeld. Vor dem Krefelder Landgericht hat am Freitag der Prozess gegen den mutmaßlichen Sextäter begonnen. Muhammet A aus Nettetal wird vorgeworfen, sich an sechs Frauen vergangen zu haben. Der 28-Jährige soll die Frauen auf dem Heimweg von der Diskothek verfolgt und sie dann in ihren Krefelder Wohnungen im Schlaf sexuell belästigt haben. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die Kleidung der Opfer zerschnitten und sie dann im Intimbereich berührt zu haben. Die juristischen Vorwürfe lauten sexueller Missbrauch und in einem Fall Vergewaltigung.

Zu Beginn des Prozesses verstrickte sich Muhammet A. in Widersprüche. In vier Fällen stritt er ab, am Tatort gewesen zu sein. In einem Fall sagte er, dass er zwar an der Wohnung des Opfers gewesen sei, jedoch nicht hinein gegangen sei. Vielmehr sei ein weiterer Mann am Haus gewesen, den er in der Innenstadt kennengelernt haben will. Der Name des Unbekannten soll "Dennis" sein. An einen Nachnamen kann sich der Angeklagte nicht erinnern.

In einem weiteren Fall, in dem Muhammet A. das Opfer sogar mit den Worten "Ich bringe dich um" und einem Messer bedroht haben soll, wurde die Version des Angeklagten noch abenteuerlicher. Er habe diese Szenen in einem Traum vor sich gehabt und könne sich an nichts "reales" erinnern. Seine Aussetzer schob der Nettetaler auf seinen intensiven Drogenkonsum.

Der Richter warnte den Angeklagten eindringlich, dass die Beweislage in allen Fällen deutlich gegen ihn spricht und ihm Sicherheitsverwahrung droht. Es lägen Beweise vor, dass der 28-Jährige sich zig Internet-Seiten von schlafenden Frauen auf seinem heimischen Computer angeguckt hat.

Der Angeklagte räumte dann ein, dass die Vorwürfe gegen ihn eindeutig seien. Zum Richter gewandt sagte er: "Wenn Sie sagen, dass das alles so gewesen ist, wird es auch so sein. Ich kann mich aber nicht daran erinnern."

Nach Meinung des Richters ist es möglich, dass der Angeklagte die Taten aus Scham so sehr verdrängt, dass er sich tatsächlich nicht daran erinnern kann. Dies relativiere die Schuld aber nicht.

Die Suche nach dem Sextäter hatte im Sommer 2009 für großes Aufsehen gesorgt. In der ganzen Stadt hingen Phantombilder des Verdächtigen, die Polizei fahndete mit Hochdruck. Zivilfahnder waren an den Wochenenden in Krefelder Diskotheken unterwegs.  

Im September konnte die Polizei den Mann dann überführen. Eine 18-jährige Kellnerin fühlte sich auf dem Heimweg verfolgt und alarmierte die Polizei. Die Beamten nahmen Muhammet A. fest. Mit Hilfe eines DNA-Abgleichs konnte nachgewiesen werden, dass der Mann sich in den Wohnungen der Opfer aufgehalten hat.

Über alle aktuellen Entwicklungen werden die den Tag über bei wz-newsline informiert. Außerdem ist das Team von WZ TV im Gericht und produziert ein Video vom ersten Prozesstag.

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