Krefeld. Beißen, Schlagen, Treten und Spucken: Im Repertoire des 34-jährigen Angeklagten aus Krefeld sollen nahezu alle Formen der körperlichen Gewalt vertreten  sein. Das Ziel von mehreren Attacken des Mannes soll seine eigene Ehefrau gewesen sein. Mehrmals soll der Beschuldigte C. seine Frau im Streit verprügelt haben, am schlimmsten im Oktober 2010.

In diesem Streit hatte die Ehefrau des Mannes ihm eröffnet, dass sie ihr gemeinsames noch ungeborenes Kind abgetrieben habe. Im Verfahren vor dem Amtsgericht stand die Richterin vor einem Problem: Keiner der beiden Ehepartner wollte etwas zu den Vorfällen sagen. Zwar hatte die Ehefrau ihren Mann angezeigt und wollte sich scheiden lassen, zog die Anzeige jedoch wieder zurück und erschien gemeinsam und demonstrativ in Harmonie mit ihrem Mann zur Verhandlung.

„Ich möchte nichts sagen“, waren die Worte der Frau im Zeugenstand. Und auch ihr Mann rief von der Anklagebank: „Ich will nichts erzählen“. Doch vor dem Vernehmungsrichter in der Untersuchungshaft war der 34-Jährige redseliger. Da hatte er noch eingeräumt, seine Frau im Februar 2011 gebissen und sie an den Haaren gezogen zu haben. Der Anwalt des Mannes argumentierte, dass dieses Teilgeständnis wertlos sei, da sich C. damit aus der U-Haft schummeln wollte.

In Augenschein genommen wurden vor Gericht auch Bilder und ein ärztliches Attest, die zeigen, wie schwer Frau C. verletzt wurde. Zwei Fälle der Gewalt sah das Gericht als erwiesen an und verhängte zwei Strafen von jeweils vier Monaten Haft auf Bewährung.

„Selbstjustiz geht nicht“, erklärte die Richterin in Bezug auf die Wut des Angeklagten nach der Abtreibung. Zudem hatte der Mann erst im Januar dieses Jahrs einen Geldstrafe wegen Körperverletzung erhalten. Drei Jahre muss C. sich nun bewähren. Er nahm das Urteil mit Unverständnis und Kopfschütteln auf und zeigte zudem wenig Respekt vor dem Gericht.

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