Einschlägig Vorbestrafter erneut wegen Zuhälterei angeklagt.

Krefeld. Wegen Zuhälterei, Freiheitsberaubung und Körperverletzung muss sich ein 30jähriger, in Krefeld lebender türkischer Staatsbürger vor dem Amtsgericht verantworten. Am ersten Verhandlungstag schwieg der einschlägig Vorbestrafte zu den Vorwürfen. Umso lebhafter schilderte das Opfer seinen Leidensweg.

„Freiwillig“, so betonte die 24jährige, hätte sie als Prostituierte für ihn gearbeitet. Aber als sie aussteigen wollte, sei sie gezwungen worden, weiter für ihn anzuschaffen – mit Schlägen und Drohungen. „Einen Schrank hat er halb über mich gekippt“. Allerdings hätte sie keinen Arzt aufgesucht und das Angebot des Angeklagten, sie ins Krankenhaus zu bringen, abgelehnt. „Aus Angst befragt zu werden und vor seiner Reaktion“, sagte sie der Richterin.

Immer wieder hätte sie sich überreden lassen, weil er Besserung versprach. 2008 flog sie sogar mit ihm in die Türkei. Danach „arbeitete“ sie wieder in Duisburg, Bonn und Bochum für ihn. Sie überstand Suizidversuche und einen Schwangerschaftsabbruch. Der Angeklagte schüttelte hin und wieder den Kopf. Nur sein Anwalt wandte sich an die Zeugin: „Für den Angeklagten geht es um viel, deswegen wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie sich konzentrieren würden. wx

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