Inoges-Chef Wolfgang K. Hoever hofft auf das Fracking-Gesetz der Bundesregierung.

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Wolfgang K. Hoever will ein Erdwärme Kraftwerk. Archiv

Wolfgang K. Hoever will ein Erdwärme Kraftwerk. Archiv

abi

Wolfgang K. Hoever will ein Erdwärme Kraftwerk. Archiv

Krefeld. Wolfgang K. Hoever schaut derzeit gebannt nach Berlin. Die Bundesregierung will 2015 ein Fracking-Gesetz beschließen. Eingeschränkt zwar, doch Probebohrungen sollen überall ermöglicht werden. Das Land NRW lehnt diese Methode – bei der Gestein im Erdreich durch Einpressen einer Substanz aufgesprengt wird – ab. Ebenso wie erste Probebohrungen. Diese Haltung hat den Firmenchef der Inoges AG vor drei Jahren ausgebremst, als er die Genehmigung für sein geplantes Erdwärme-Kraftwerk beantragen wollte.

Landesregierung bremst Probebohrungen aus

Im Gegensatz zu ExxonMobil und anderen, die in NRW mit Hilfe der umstrittenen Fracking-Methode in großen Mengen Erdgas gewinnen wollen, hat es Hoever auf Erdwärme abgesehen. Das ist die gesamte unterhalb der festen Erdoberfläche in Form von Wärme gespeicherte Energie. Deren Gradzahl steigt mit zunehmender Tiefe. Hoever peilt zur Stromerzeugung eine Temperatur von 120 bis 160 Grad an. „Dazu ist eine Tiefe von 4500 bis 6000 Metern notwendig“, sagte der Unternehmer damals bei der Vorstellung des Projektes. Dabei werde das Gestein nicht mit Chemikalien, sondern mit Wasser aufgepresst.

Der Geologische Dienst NRW mit Sitz in Krefeld will das Projekt begleiten. Durch die Probebohrungen versprechen sich die Geologen genauere Aufschlüsse über die Beschaffenheit des Krefelder Untergrundes. Der ist bis in diese Tiefe noch nicht erforscht.

Ursprünglich hat Hoever nach dem Bergrecht die Erlaubnis, auf einer 357 Quadratkilometer großen Fläche zwischen Moers, Duisburg, Kerken, Viersen und Meerbusch zu bohren. Doch zu den ersten Probebohrungen ist es wegen der Bedenken der Landesregierung zu Fracking bislang nicht gekommen. Ein von der Landesregierung beauftragtes Gutachten zu dieser Methode hat die Bezirksregierung Arnsberg veranlasst, alle Vorhaben dieser Art vorerst zu stoppen. Auch die, bei denen nur Wasser statt Chemikalien zum Einsatz kommen.

„Die formalen Rahmenbedingungen ermöglichen dieses Projekt derzeit nicht; das Thema Fracking schürt in der Öffentlichkeit zu viele Emotionen“, sagt Inoges-Pressesprecher Peter Lengwenings auf Nachfrage der WZ. Deshalb habe Firmenchef Hoever das Thema vorerst auf Eis gelegt – ohne das geplante Fracking-Gesetz aus den Augen zu verlieren.

Geothermie gilt als Energiequelle der Zukunft. Der Gründer der Inoges AG und Betreiber von Salvea, Wolfgang K. Hoever, hat vor fünf Jahren das Projekt „Salvea – Lust auf grüne Energie“ vorgestellt. Er hat die Genehmigungen für Probebohrungen auf einer Fläche von 357 Quadratkilometern. Zunächst sollte der Boden seismisch vermessen und nach Auswertung der Ergebnisse gezielt mit der ersten Tiefenbohrung begonnen werden. Soweit ist es nicht gekommen. Wegen der Bedenken der Landesregierung zu Fracking erteilte die Bezirksregierung keinerlei Genehmigungen für Probebohrungen jeglicher Art.

Wolfgang K. Hoerver hat ursprünglich ein Erdwärme-Kraftwerk geplant, das zwischen dreieinhalb und zehn Megawatt Strom pro Stunde und 15 bis 50 Megawatt Erdwärme erzeugen könnte. Als Standort war eine Fläche nahe der Westparkstraße angepeilt.

Dies ist die Dachmarke für mehrere eigenständig agierende Gesellschaften der Inoges AG. Vorstandsvorsitzender ist Wolfang K. Hoever, der seit 35 Jahren im Gesundheitswesen tätig ist. Über 950 Mitarbeiter arbeiten inzwischen für ihn in 27 Einrichtungen in NRW, Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

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