33 Wohnungen entstehen in der Alten Samtweberei. Mit dem Projekt Nachbarschaft soll Geld für gemeinnützige Arbeit im Viertel gesammelt werden.

Montag-Stiftung
Am Alexanderplatz soll es in diesem Frühjahr wieder ein Kirschblütenfest geben. Archiv

Am Alexanderplatz soll es in diesem Frühjahr wieder ein Kirschblütenfest geben. Archiv

Lothar Strücken

Am Alexanderplatz soll es in diesem Frühjahr wieder ein Kirschblütenfest geben. Archiv

Krefeld. Schon in zwei Jahren sollen die Wohnungen in der Alten Samtweberei (Lewerentz-/Tannenstraße) bezogen werden. Bis zum 9. März 2015 können sich Interessenten um eine der 33 Wohnungen im Denkmal und für die weitere Mitwirkung an dem Projekt bewerben.

Im umgenutzten Denkmal soll neues Leben geweckt werden

Damit können Einzelpersonen, Paare oder Familien eine verbindliche Option auf eine bestimmte Wohnung erhalten und haben die Möglichkeit, in den nächsten Planungsphasen an der weiteren Ausgestaltung des Projektes und der Wohnungen, aber auch an der Entwicklung des gemeinschaftlichen Zusammenlebens mit den zukünftigen Nachbarn mitzuwirken.

Die Bonner Montag-Stiftung, Initiator und Träger des Projekts Samtweberei, will damit „neues Leben im umgenutzten Denkmal“ wecken. Sie strebt eine „lebendige“ Haus- und Mietergemeinschaft an, „die untereinander gute nachbarschaftliche Beziehungen pflegt, Verantwortung für das Haus und das Umfeld übernimmt und sich als Teil der gemeinnützigen Aktivitäten des Gemeinwesens im Stadtteil versteht – das ist das besondere Profil dieses Wohnprojektes“. Die Wohnungen sind teilweise frei, teilweise öffentlich finanziert.

Die jetzt vorliegende Planung ist seit September im intensiven Dialog mit den Architekten des Büros Heinrich Böll aus Essen entstanden. Vor allem aber waren über sechs Planungswerkstätten rund 60 Männer und Frauen und potenzielle zukünftige Bewohner des Projektes in die Diskussionen und Konzeptfindung eingebunden. Das Ergebnis des Bewerbungsverfahrens soll allen Interessenten in einer Werkstattrunde am 19. März vorgestellt und gemeinsam über die weiteren Schritte der Projektentwicklung gesprochen werden.

Ein „Viertelsratschlag“ soll die Richtung mitbestimmen

Zweck und Idee des Projektes Nachbarschaft Samtweberei ist, mit der Immobilie Geld für gemeinnützige Arbeit im Viertel zu erwirtschaften. Ab 2018 könnten das jährlich etwa 60 000 Euro sein. Schon heute hat die Urbane Nachbarschaft Samtweberei gGmbH (UNS) Mittel für gemeinnützige Nachbarschaftsprojekte zur Verfügung.

Geschäftsführer Henry Beierlorzer: „Wir gründen nun den Großen Viertelsratschlag, der einmal jährlich stattfinden, alle Engagierten, Neugierigen und Ratgeber zusammenbringen und der UNS eine Richtung geben soll.“ Alle Interessenten und Anwohner, so Beierlorzer, sollen mitbestimmen, was in ihrem Viertel passiert und was die UNS dazu leisten soll. Der erste Treff ist morgen zwischen 16.30 und 19 Uhr im Südbahnhof an der Saumstraße 9.

Als nächste Aktivitäten im Viertel zählt Beierlorzer auf: ein Kirschblütenfest auf dem Alexanderplatz im April. Den ersten Rundgang zur Geschichte des Viertels wird es am 27. April geben. Die regelmäßigen Projektstammtische an jedem ersten Donnerstag im Monat finden weiter statt, der nächste am 5. März. Das erste Treffen des Café International ist heute zum Thema „Feiern und Tanzen in den Kulturen der Welt”. Das Café im Erdgeschoss des Pionierhauses an der Lewerentzstraße 104 hat bereits ein Programm bis zum Sommer erarbeitet.

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