Richard Rogler erhält das närrische Steckenpferd.

Als Major der Prinzengarde grüßt der neue Ritter des närrischen Steckenpferdes: Richard Rogler.
Als Major der Prinzengarde grüßt der neue Ritter des närrischen Steckenpferdes: Richard Rogler.

Als Major der Prinzengarde grüßt der neue Ritter des närrischen Steckenpferdes: Richard Rogler.

Dirk Jochmann

Als Major der Prinzengarde grüßt der neue Ritter des närrischen Steckenpferdes: Richard Rogler.

Krefeld. Das 20. närrische Steckenpferd der Prinzengarde geht an Richard Rogler. Der Großmeister des deutschen Kabaretts und Fachmann für beißende Ironie und sarkastische Politikerschelte ist vor 1000 Gästen im Seidenweberhaus sichtlich erfreut über die Auszeichnung durch Präsident Rainer Küsters.

Der neue Ritter des "hölzernen Fantasiepferdes" erhält Urkunde, Orden und wird durch das Aufsetzen der grün-weißen Karnevalsmütze zum Major der Prinzengarde ernannt. Der Saal bebt. Keinen hält es mehr auf den Stühlen.

Es folgt ein Riesenapplaus mit "Glory Hallelujah" und eine Dankes-Rakete unter dem Motto: Dreimal Krefeld Helau!

Dann legt der geborene Franke und heutige Wahlkölner so richtig los. Mit sparsamer, köstlich-unnachahmlicher Mimik und Gestik richtet er seinen scharfen Blick auf seinen Vorgänger und Laudator Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, das menschliche Dasein im Allgemeinen, den desolaten Zustand im Land.

Rogler teilt virtuos mit intelligent-bösartigem Witz seine Erkenntnisse mit: "Wir informieren uns nicht mehr, das haben wir zu lange Boris Becker und Franz Beckenbauer überlassen"; "Es gibt bei uns zu wenig Kinder" -"Ist doch klar, wir Deutsche halten uns eben an verkehrsberuhigte Zonen".

Kabarett-Kollege Ludger "Jupp" Stratmann, der Steckenpferd-Ritter 2002, gratulierte.

"Die Lebenserwartung in Krefeld liegt statistisch bei 76,2 Jahren, im Allgäu liegt sie höher, nämlich bei 85,5. Aber lieber in Krefeld zehn Jahre eher tot als im Allgäu noch leben."

Zu Jürgen Rüttgers: "Sie können stolz sein. Ford in Köln ist der produktivste Arbeitgeber in Europa - da wird nämlich nur Rosenmontag nicht gearbeitet."

Und. "Politiker nehmen den Kabarettisten den Job weg. Schließlich haben Sie, wie ich erfuhr, bei der Anfahrt die 50 km/h-Grenze in geschlossenen Ortschaften eingehalten."

Auch Roglers Vorgänger, Jürgen Rüttgers, hat den Schalk im Nacken: "Ein Kabarettist im Karneval ist wie Placido Domingo im Musikantenstadl!" Und in Richtung Elferrat der Prinzengarde: "Dort möchte ich auch mal sein. Man wird gut verpflegt, kommt viel rum, braucht nicht viel zu tun - fast wie ein Außenminister."

Auch zum Fußballer Miroslaw Klose hat er einen guten Draht: "Ich kann, wie er, mit Vorlagen auch meistens nichts anfangen."

Dann folgte ein starkes Programm. Schlagfertig erwiesen sich die Blauen Funken aus Köln. Die Gardisten baten den neuen Würdenträger sowie Jürgen Rüttgers und Rainer Küsters zum "Stippe-Föttche-Tanz" nach oben. Das Terzett machte natürlich den Spaß mit.

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