Nach der Aufführung von „Der Diener zweier Herren“ hagelt es Kritik an der Kulturpolitik.

Szene aus Carlo Goldonis Komödie „Der Diener zweier Herren“, die Freitag Premiere hatte (v.l. Matthias Oelrich, Ronny Tomiska, Anja Barth, Joachim Henscke). Bei der anschließenden Premierenfeier wurde die Haltung der Politiker zum Theater heftig kritisiert.
Szene aus Carlo Goldonis Komödie „Der Diener zweier Herren“, die Freitag Premiere hatte (v.l. Matthias Oelrich, Ronny Tomiska, Anja Barth, Joachim Henscke). Bei der anschließenden Premierenfeier wurde die Haltung der Politiker zum Theater heftig kritisiert.

Szene aus Carlo Goldonis Komödie „Der Diener zweier Herren“, die Freitag Premiere hatte (v.l. Matthias Oelrich, Ronny Tomiska, Anja Barth, Joachim Henscke). Bei der anschließenden Premierenfeier wurde die Haltung der Politiker zum Theater heftig kritisiert.

Matthias Stutte

Szene aus Carlo Goldonis Komödie „Der Diener zweier Herren“, die Freitag Premiere hatte (v.l. Matthias Oelrich, Ronny Tomiska, Anja Barth, Joachim Henscke). Bei der anschließenden Premierenfeier wurde die Haltung der Politiker zum Theater heftig kritisiert.

Krefeld. Der Ton wird schärfer. Je stärker das Theater in Bedrängnis gerät, je länger eine zukunftsweisende Entscheidung der Politik auf sich warten lässt, um so mehr scheinen Belegschaft und Zuschauer bereit zu kämpfen.

Das war bei der Premiere von "Der Diener zweier Herren" am Freitagabend deutlich zu beobachten.

Der Protest scheint wenige Monate vor der Kommunalwahl politischer zu werden. So reicherte Schauspieler Matthias Oelrich die inzwischen bekannte Ansprache ans Publikum mit einigen "persönlichen Bemerkungen" an:

"In 45 Jahren Arbeit am Theater habe ich so viel Ignoranz, Zynismus und Dilettantismus in der Kulturpolitik noch nicht erlebt", sagte Oelrich. "Bald ist Kommunalwahl. Schauen Sie Ihren Politikern auf die Finger!"

Dass es danach tosenden Applaus gab, dürfte vor allem CDU und FDP Sorgen bereiten. Im Gegensatz zur SPD und den Grünen haben sich diese Fraktionen bislang nicht dazu bekannt, dem Theater auch für die kommende Spielzeit die benötigte Etat-Erhöhung zu gewähren.

Wehmütiger Abschied von Gastregisseur Kniesbeck

Die Folgen hat Generalintendant Jens Pesel in seinem "Fixkostenmodell" dargestellt: kaum noch Gäste, wenig Ausstattung, statt 20 Neuinszenierungen nur vier. Nach dieser Spar-Spielzeit stünde Nachfolger Michael Grosse mit leeren Händen da.

Einer von denen, die am Theater keine Zukunft haben, ist Gastregisseur Matthias Kniesbeck. Er wandte sich im Foyer ans Publikum, nicht mit einer Kampfesrede, sondern mit einem wehmütigen Abschied - doch auch er mit der politischen Anmerkung, es seien "einige bestimmte Fraktionen", die dem Theater den Geldhahn zudrehen.

Noch ohne direkte politische Aussagen kam Heinrich Rungelrath, Vorsitzender der einflussreichen Theaterfreunde, in seiner Rede aus. Deutlich jedoch seine Botschaft:

"Ich will anspruchsvolles Theater auf hohem Niveau, fantasievoll und mit Leben gefüllt. Ich will Theater, das seine künstlerischen Möglichkeiten voll entfaltet. Ich will Theater, so wie es bisher in Krefeld und Mönchengladbach üblich war."

Es war kaum zu überhören, dass die Debatte einen anderen Klang bekommen hat. Das könnte sich auch Anfang Februar erweisen: Vor den Ratssitzungen in Krefeld und Mönchengladbach soll es vermutlich in beiden Städten Demonstrationen und Mahnwachen geben.

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