Die künftige Strategie in Sachen WM-Jubel bleibt geheim.

Krefeld. Ob an Sternstraße, Dießemer Straße oder Westparkstraße: Blitzschnell hatte sich am Mittwochabend an den Fußballübertragungsplätzen herumgesprochen, dass ein Durchkommen zum Ostwall mit Autos unmöglich ist. Und so blieb der Jubelkorso auf St.-Anton-Straße, Nordwall oder Philadelphiastraße eher ein Torso: Es waren zwar etwa 200 Autos unterwegs, aber kaum mehr als 15 in einem Pulk. "Unsere Strategie ist aufgegangen", stellte Polizeisprecher Dietmar Greger Donnertag fest. "Oberstes Gebot war: keine Verletzten. Das ist geglückt."

Als "Nebeneffekt" allerdings bescherte die Polizeistrategie auch den Anwohnern zahlreicher Wohnstraßen in der Innenstadt einen unerwartet hohen nächtlichen Lärmpegel. Dafür blieb es angesichts der 700 feiernden Fans auf dem Ostwall erstaunlich ruhig: Nur vier junge Trunkenbolde, die dem Platzverweis der Polizei nicht nachkommen wollten, landeten in der Ausnüchterungszelle. Nicht ermitteln konnten die Beamten diejenigen, die bengalische Feuer kurz vor der Kreuzung St.-Anton-Straße abbrannten (die WZ berichtete).

Zurückzuführen war die Polizei-Strategie auf das erste Spiel der deutschen Mannschaft: Nach dem 4:0 war es beim Schaufahren in Höhe U.d.U. zur Eskalation gekommen, nachdem ein Autofahrer mit angeblich quietschenden Reifen in die Menschenmenge vor ihm durchgestartet war und fünf Personen verletzt wurden. Und im Gegenzug auf den Mercedes ein Hagel von Glas niederging.

Scherben allerdings gab es auch in der Nacht zu Donnertag so reichlich, dass die Polizei noch vor Mitternacht Kehrmaschinen der GSAK anforderte, und die manche unbeteiligten Biergarten-Gäste aus kürzester Distanz einstaubten.

Sollte am Sonntag Deutschland gegen England weiterkommen, könnte es erneut zur Ostwall-Sperrung kommen. Ihre künftige Strategie will die Einsatzleitung aber nicht verraten. Dietmar Greger: "Damit sich die Fans nicht auf einer anderen Straße verabreden." al

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